Letzte Fotos mit Thomas Fuchsberger (†53): Cornelia Corba öffnet privates Fotoalbum

Als Cornelia Corba im knallpinken Oberteil mit pinkem Rock für die AZ ihre Haustür öffnet, versprüht sie bereits einen Hauch von Marilyn Monroe. Sofort hat man Bilder vom legendären Auftritt mit "Diamonds Are a Girls Best Friend" aus dem Billy-Wilder-Klassiker "Blondinen bevorzugt" im Kopf. In wenigen Tagen steht die Schauspielerin als legendäre Marilyn auf der Bühne im Silbersaal des Deutschen Theaters. Für die 57-Jährige ist es eine ganz besondere Rolle, die Erinnerungen an ihren verstorbenen Partner Thomas Fuchsberger (†53) wachrüttelt. Die AZ hat mit der Solo-Künstlerin über eine der schwersten Zeiten ihres Lebens gesprochen.
Karriere im TV: Cornelia Corba auf "sexy und komödiantische" Rollen festgelegt
Für Cornelia Corba war früh klar, dass sie auf die Bühne gehört. "Ich wusste immer, dass ich ins Künstlerische gehen wollte", sagt die Schauspielerin im persönlichen Gespräch mit der AZ. Mutter Bella Bayr unterstützte die Ambitionen der Tochter und schickte sie ab dem fünften Lebensjahr zum Ballett- und Musikunterricht. Als Zwölfjährige wurde Corba als bis dahin jüngste Studentin am Richard-Strauß-Konservatorium angenommen. Mit 15 Jahren gewann sie beim Bundeswettbewerb für Gesang den Nachwuchspreis, später studierte sie Schauspielerei am Deutschen Theater bei August Everding.

Noch während ihrer Ausbildung ergatterte Cornelia Corba erste Rollen in Serien wie "Die Knapp-Familie" (1981) und "Der Trotzkopf" (1983). Ihre Karriere startete "Ruckzuck", wie sie im AZ-Gespräch erzählt: "Es fängt alles immer ganz toll an, aber dann muss man sich immer wieder aufs Neue durchkämpfen." Schnell trat sie im TV als Verführerin in Erscheinung. "Ich wurde auf sexy und komödiantische Rollen festgelegt, das ging damals schon in die Richtung von Marilyn Monroe. Ich habe die Femme fatale sehr überzeugend verkörpert und war darüber sehr zufrieden. Das waren die interessanteren Rollen, die anderen sind teilweise etwas langweiliger."
Tod von Schwester Beatrice: "Ein wichtiger Teil von mir ist verschwunden"
Mit der Karriere ging es weiter steil bergauf, bis die Sängerin und Schauspielerin im Jahr 2000 von einem schweren Schicksalsschlag getroffen wurde: Ihre Schwester Beatrice starb an Herzversagen. "Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis, haben viel Zeit zusammen in Berlin verbracht", sagt Cornelia Corba mit belegter Stimme. "Als sie starb, ist ein wichtiger Teil von mir verschwunden – und dann kam Tommi in mein Leben."

Letzte gemeinsame Bilder mit Thomas Fuchsberger kurz vor seinem Tod
Gemeint ist Thomas Fuchsberger, Sohn von Entertainer-Legende Blacky Fuchsberger (†87). "Er war sehr gut für mich, denn das hat mich aus dieser tiefen Trauer rausgeholt. Die Musik hat uns zusammengebracht. Ich habe viele Lieder, die er geschrieben hat, auf die Bühne gebracht und bin regelmäßig im Bayerischen Hof aufgetreten." Für die AZ öffnet die 57-Jährige ihr ganz privates Fotoalbum und zeigt Bilder aus glücklichen Zeiten mit Thomas Fuchsberger – wie hier beim letzten gemeinsamen Urlaub:

Aus dem TV- und Kino-Geschäft zog sich Cornelia Corba damals zurück. Sie wollte wieder mehr auf der Bühne stehen. Mit dem Musical "Johnny Cash – The Man in Black" tourte sie ab 2008 drei Jahre durch ganz Deutschland und wurde für ihre Darstellung der "June Carter" mit dem AZ-Stern für Schauspiel und Gesang ausgezeichnet. "Danke nochmal dafür", lacht sie im AZ-Interview. Doch diese Zeit war für die 57-Jährige auch mit viel Schmerz verbunden. 2010 starb plötzlich ihr Partner Thomas Fuchsberger. Der Komponist ertrank am 14. Oktober im Mühlbach in Kulmbach, weil er aufgrund von Unterzucker einen Schwächeanfall erlitten hatte. Bis heute fällt es Cornelia Corba schwer, über diese Zeit zu sprechen. "Da will ich gar nicht daran denken", sagt sie schwermütig.
Ich glaube nicht, dass man damit komplett abschließen kann, da bin ich ganz ehrlich.
Die Kunst und die Bühne waren für die Schauspielerin damals ein Rettungsanker. Nach dem Tod von Thomas Fuchsberger stand Corba in München als Marilyn Monroe auf der Bühne des GOP-Varieté-Theaters. "Marilyn hat mir nach dem Tod von Tommi viel Halt gegeben. In solchen Momenten kann ein künstlerischer Beruf durchaus hilfreich sein. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, meine Gefühle zu verarbeiten. Ich sehe das mittlerweile als meine Bestimmung."

Dass Cornelia Corba am 1. Juni anlässlich von Marilyn Monroes 100. Geburtstag für die Konzert-Show "Marilyn Forever" im Deutschen Theater auf der Bühne stehen wird, weckt viele Erinnerungen an früher – und damit auch an den Verlust ihrer großen Liebe. "Es kommt viel wieder hoch – und das ist gut so", betont sie im AZ-Gespräch. "Das ist die Klaviatur, auf der ich spiele. Die Gefühle dürfen einen nicht übermannen, müssen aber im passenden Moment abrufbar sein. Es ist ein voller Einsatz mit dem Körper und den Emotionen, damit zur rechten Zeit die Gefühle hochkommen."

Ob die Schauspielerin mit ihrer wiederaufgenommenen Rolle die Geschehnisse von damals verarbeiten kann? "Ich glaube nicht, dass man damit komplett abschließen kann, da bin ich ganz ehrlich", sagt Corba.

Dennoch will sie weiterhin positiv durchs Leben gehen und sich ihren Erinnerungen nicht verschließen: "Das Leben soll weitergehen und ich bin der Meinung, dass man eine Verpflichtung zum Glücklichsein hat." Und vielleicht schaut ihr Tommi von oben aus zu und ist stolz, dass sich Cornelia Corba wieder als Marilyn Monroe auf der Bühne präsentiert.