Comeback im Schweizer Radio: Kachelmann moderiert wieder

Es gilt die Unschuldsvermutung: Der in Deutschland vor Gericht stehende Jörg Kachelmann greift in seiner Heimat wieder zum Mikrofon. Nicht alle sind von dem On-Air-Comeback begeistert.
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Seit September steht Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung vor Gericht
dpa Seit September steht Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung vor Gericht

BERLIN - Es gilt die Unschuldsvermutung: Der in Deutschland vor Gericht stehende Jörg Kachelmann greift in seiner Heimat wieder zum Mikrofon. Nicht alle sind von dem On-Air-Comeback begeistert.

Überraschendes Comeback: Jörg Kachelmann (52) ist beim Schweizer Radio wieder auf Sendung. Obwohl er noch wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht steht, ist der Wettermann seit Freitag wieder bei Radio Basel zu hören. Der Chefredakteur des Senders, Christian Heeb, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa: „Jörg Kachelmann arbeitet wieder.“

Wer Temperaturen über dem Gefrierpunkt spüren wolle, der müsse sich schon in der Nähe eines Marroni-Standes aufhalten, scherzte Kachelmann – der seit sechs Monaten wieder auf freiem Fuß ist – bei seiner Moderation am Freitag.

Im März 2010 war er verhaftet worden, seit Anfang September steht er vor dem Landgericht Mannheim, weil er seine Ex-Freundin vergewaltigt und mit einem Messer bedroht haben soll. Der 52-Jährige bestreitet die Tat. Der Prozess soll sich noch bis ins Frühjahr ziehen.

Seine berufliche Rückkehr stößt derweil auf geteiltes Echo. „Die meisten Firmen würden einen lieber suspendieren oder sonst irgendwie loswerden, nur um nachher nicht möglicherweise blöd dazustehen. Ich finde Kachelmann noch nicht mal sympathisch, finde's aber gut, dass die Unschuldsvermutung wenigstens bei Radio Basel gilt“, schreibt ein Befürworter seines Comebacks auf dem Onlineportal der „Basler Zeitung“.

Andere kommentieren dort die Radio-Aktivitäten des prominenten Wettermoderators kritischer: „Nun ja – es gibt noch andere Radiosender bei uns. Radio Basel sollte schon Sorge tragen zu ihren "Werbeträgern", sonst geht der Schuss bald einmal hinten hinaus, was diesem Sender bestimmt nicht gut bekommt.“

Heeb sagte, solange Kachelmann nicht verurteilt sei, gelte weiter die Unschuldsvermutung: „Wieso soll er auf seinen Job verzichten? Dies ist keine PR-Geschichte.“ Er und Kachelmann seien befreundet, sagte Heeb dem Onlineportal „Blick.ch“. Kachelmann moderierte um 12.40 Uhr am Freitag in feinstem Schweizerdeutsch das Winterwetter auf dem Sender, mit dem er seit eineinhalb Jahren einen Vertrag hat. Kurz vor Weihnachten habe Kachelmann Kontakt zu ihm aufgenommen, sagte Heeb.

Es bestehe die Absicht zu weiteren Moderationen, bestätigte Urs Knapp, Sprecher des von Kachelmann gegründeten Wetterdienstes Meteomedia Angaben von „Blick.ch“. Kachelmann könne das Wetter nicht täglich präsentieren, am Freitag sei es zeitlich aber möglich.

Auch im deutschen Radio schließt Kachelmann ein Comeback als Wettermoderator nach Medieninformationen nicht mehr aus. Das sagte Knapp den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Ein Wiedersehen im Fernsehen hatte Kachelmann im November ausgeschlossen. „Aber man soll nie nie sagen“, sagte Knapp.

dpa

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