Comeback am Mikrofon: Béla Réthy kommentiert wieder ein Fußballspiel
Béla Réthy (69) kehrt für einen Abend an das Kommentatoren-Mikrofon zurück. Der frühere ZDF-Reporter begleitet an diesem Mittwoch das Testspiel zwischen dem FSV Frankfurt und Eintracht Frankfurt, wie der Bundesligist auf seiner Vereinsseite mitteilt. Anstoß in der BBBank Arena in Bornheim ist um 18:30 Uhr, übertragen wird die Partie live und frei empfangbar auf dem vereinseigenen Kanal EintrachtTV.
Die Anfrage kam kurzfristig
Zustande gekommen ist der Einsatz auf Initiative des Vereins. "Der Klub hat mich kürzlich angefragt, ob ich Lust drauf habe. Sie wollen das Eintracht TV ein bisschen ausbauen", sagte Réthy der "Bild". Er sei zwei Tage zuvor aus dem Urlaub gekommen, der Termin habe deshalb gut gepasst.
Bei diesem einen Spiel muss es nicht bleiben. Das Freundschaftsspiel ist dem Bericht zufolge als Testlauf für weitere Übertragungen gedacht.
An seiner Arbeitsweise hat sich nach Réthys Darstellung wenig geändert. Er sitze wieder vor dem Laptop und arbeite die Kader durch, sagte er der "Bild". Bei der Eintracht sei das derzeit allerdings knifflig, weil sich bis zum Transferschluss noch einiges bewegen könne. Vor dem Anpfiff war ein Hintergrundgespräch mit Eintracht-Trainer Adi Hütter (56) geplant.
Ganz weg war er nie
Réthy hatte nach der Fußball-WM 2022 in Katar seine Laufbahn als TV-Kommentator beendet. Für das ZDF kommentierte er über drei Jahrzehnte rund 380 Live-Fußballspiele, darunter drei WM-Endspiele, drei EM-Finals und sieben Champions-League-Endspiele. Sein letzter Einsatz für den Sender war das WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Marokko an seinem 66. Geburtstag.
Aus dem TV verschwunden ist er seitdem nicht. Zur Heim-EM 2024 verpflichtete ihn MagentaTV, wo er unter anderem alte Turnierspiele neu vertonte und im Format "Euro Momente" Anekdoten aus der EM-Geschichte beisteuerte. Zuvor hatte er bereits die Doku-Reihe "All or Nothing: Die Nationalmannschaft in Katar" bei Amazon Prime als Sprecher begleitet.
Kein neutraler Beobachter mehr
Zur Eintracht hat Réthy ein persönliches Verhältnis, aus dem er inzwischen kein Geheimnis mehr macht. Er gehe seit seinem elften Lebensjahr zu den Spielen des Klubs ins Stadion, sagte er der "Bild": "Jetzt, wo ich Pensionär bin, kann ich das ja endlich zugeben." 2023 hatte er bereits erklärt, als Kind im G-Block gestanden zu haben, mit einem schwarz-roten Schal, den seine Mutter gestrickt hatte. Vier Jahrzehnte lang habe ihn sein Beruf zur Neutralität verpflichtet.
Fünfter Test vor dem Pokalauftakt
Für die Eintracht ist die Partie beim Regionalligisten das fünfte Testspiel der Sommervorbereitung. Vier Siege stehen bislang zu Buche, zuletzt ein 2:0 gegen den englischen Premier-League-Aufsteiger Hull City. Am Samstag folgt in London das Spiel beim Brentford FC. Neun Tage nach dem Stadtduell startet die Eintracht mit der ersten DFB-Pokalrunde gegen St. Tönis in die Pflichtspielsaison.
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