Collien Fernandes: Zuspruch erhielt sie nur von Politikerinnen

Nach Bekanntwerden ihrer Anschuldigungen gegen Christian Ulmen hat sich bei Collien Fernandes kein einziger männlicher Politiker gemeldet - nur Politikerinnen. Das verriet sie jetzt in einem Interview.
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Collien Fernandes ist im "Nachtjournal Spezial" aufgetreten.
Collien Fernandes ist im "Nachtjournal Spezial" aufgetreten. © imago images/Future Image / Christopher Tamcke

Collien Fernandes (44) hat nach der öffentlichen Debatte um ihre Anzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) eine bemerkenswerte Beobachtung gemacht. Sie erhielt viel Zuspruch für ihre Enthüllungen, doch männliche Politiker meldeten sich im Anschluss nicht bei ihr. "Ich wurde von Politikerinnen kontaktiert. Es gab tatsächlich keinen einzigen männlichen Politiker, der mich kontaktiert hat", sagte Fernandes in der RTL-Sendung "Nachtjournal Spezial".

Moderatorin Pinar Atalay (48) hatte Fernandes zuvor gefragt, ob sich Bundeskanzler Friedrich Merz (70) oder Vizekanzler Lars Klingbeil (48) seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Ulmen bei ihr gemeldet hätten. Fernandes antwortete ehrlich: "Ich habe bis zu dieser Frage gar nicht groß darüber nachgedacht, aber wenn ich jetzt so überlege, wer sich recht schnell gemeldet hat, wer gesagt hat, wir können uns ja mal austauschen zu dieser Thematik - das waren tatsächlich ausschließlich Politikerinnen."

Emanzipation geht nur mit Männern

Dass das für Fernandes mehr als eine Randnotiz ist, zeigte sie im weiteren Gespräch deutlich. Die Schauspielerin betonte, dass Veränderungen im Kampf für Gleichberechtigung nur gemeinsam möglich seien. "Emanzipation kann nur mit den Männern funktionieren", so Fernandes wörtlich.

Gerade deshalb trifft es sie, wenn die Reaktion so einseitig ausfällt. Erschreckend finde sie, "wenn ich Zuspruch in erster Linie von Frauen bekomme und die negative Kritik überwiegend von Männern kommt". Gleichberechtigung lasse sich schlicht nicht erreichen, "wenn nur die Frauen daran Interesse haben".

Deepfakes: Opfer fast ausschließlich weiblich

Die Reaktionen auf den Deepfake-Fall, in dem Fernandes ihren Ex-Mann angezeigt hatte, scheinen dieses Muster zu bestätigen. Fernandes berichtete, dass viele männliche Reaktionen das Problem verharmlosten. Als Beispiel nannte sie Kommentare wie: "Dann hat er halt mal ein paar gefakte Nacktbilder verschickt."

Fernandes machte in dem Interview auch auf eine strukturelle Dimension des Problems aufmerksam. Bei Deepfakes seien "die Opfer zu weit über 90 Prozent weiblich", während die Täter "überwiegend männlich" seien. Das gesamte Interview wird in "Nachtjournal Spezial" am 26. Mai um 00:25 Uhr bei RTL ausgestrahlt, ist daneben auch auf YouTube und RTL+ zum Abruf verfügbar.

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