Christina Applegate über MS: Für ihre Tochter verlässt sie das Bett
Für Christina Applegate (54) ist ihr Schlafzimmer zum Lebensmittelpunkt geworden. Die 54-Jährige, die 2021 die Diagnose Multiple Sklerose erhielt, verbringt den Großteil ihrer Tage im Bett - weil Bewegung schlicht zu schmerzhaft geworden ist. Nur für ihre Tochter Sadie (15), die sie mit Ehemann Martyn LeNoble (56) hat, steht sie noch regelmäßig auf, wie die Schauspielerin dem "People"-Magazin in einem Interview verriet.
Die Fahrten zur Schule und zu Sadies Aktivitäten seien der einzige Moment, den sie allein mit ihrer Tochter habe, erzählte Applegate. "Ich sage mir: 'Bring sie einfach sicher hin und komm nach Hause, damit du wieder ins Bett kannst.' Und genau das tue ich." Doch ausgerechnet diese Einschränkung habe der früheren "Eine schrecklich nette Familie"-Darstellerin eine neue Art von Freiheit geschenkt - die Freiheit, ungefiltert über ihr Leben zu sprechen.
Schonungslose Memoiren erscheinen im März
Am 3. März erscheinen Applegates Memoiren unter dem Titel "You With the Sad Eyes". Darin erzählt sie von ihrer turbulenten Kindheit im berüchtigten Laurel Canyon in Los Angeles bis hin zu ihrem heutigen Alltag mit MS. Die Schauspielerin beschreibt, wie sie als Kind miterleben musste, wie ihre alleinerziehende Mutter, die Schauspielerin Nancy Priddy, mit Heroinsucht und einem gewalttätigen Partner kämpfte - der auch gegenüber der jungen Christina gewalttätig wurde.
"Mein Leben ist nicht mit einer hübschen Schleife verpackt", sagte die Schauspielerin, die gemeinsam mit ihrer ebenfalls an MS erkrankten Kollegin Jamie-Lynn Sigler den Podcast "MeSsy" moderiert. Sie wolle so ehrlich und ungeschönt wie möglich sein, betonte sie laut "People".
Auch ihre eigene Beziehungsgeschichte verarbeitet Applegate in dem Buch. Obwohl sie mit der Kultrolle der Kelly Bundy in der Fox-Sitcom "Married... With Children" (in Deutschland bekannt als "Eine schrecklich nette Familie") zum Star und zur Hauptverdienerin ihrer Familie wurde, geriet sie privat immer wieder an die falschen Partner. In ihren späten Teenagerjahren begann eine langjährige Beziehung mit einem gewalttätigen Freund.
"Ich war nie mit jemandem zusammen, der einen richtigen Job hatte", gestand sie laut "People". Sie habe immer versucht, diese "kaputten Vögel" zu retten - vergeblich. Neben den toxischen Beziehungen thematisiert die Schauspielerin in ihrem Buch auch ihre Brustkrebserkrankung und natürlich das Leben mit MS, einer Autoimmunerkrankung, die das zentrale Nervensystem angreift.
Bei Kimmel zeigt sie ihren Humor
Dass Applegate trotz allem ihren Humor nicht verloren hat, bewies sie kürzlich bei einem Auftritt in der "Jimmy Kimmel Live"-Show. Dort verriet sie, dass sie ihren Körperteilen eigene Namen gegeben hat - und mit ihnen schimpft, wenn sie wegen der MS verrücktspielen. Ihre rechte Hand heißt demnach Barbara, die linke Stanley. Ihr rechtes Knie trägt den royalen Namen Meghan Markle, das linke hört auf Tootie - benannt nach der Figur von Kim Fields in der Serie "Facts of Life".
Wenn die Körperteile sich nicht benehmen, rede sie direkt mit ihnen, erklärte Applegate dem verblüfften Kimmel. Und tatsächlich helfe das: "Weil es eine Gehirnstörung ist, stoppt es das irgendwie." Ob Herzogin Meghan über diese Namensgebung begeistert wäre, bezweifelte Applegate allerdings selbst. Ihre Reaktion darauf? "Ist mir ziemlich egal." Die Namensgebung sei "wirklich keine schlechte Sache. Es ist eher so: 'Kannst du mir bitte helfen, Meghan!'"
Neben dem Buch startet Applegate auch eine neue Online-Plattform namens "Next in MS", auf der Betroffene ihre Erfahrungen mit der Krankheit teilen können. Ihre Memoiren beschreibt sie als die Geschichte "eines kleinen Mädchens mit traurigen Augen, das am Ende Christina Applegate wurde". Diese traurigen Augen habe sie noch immer - doch sie sei eine stärkere und widerstandsfähigere Person geworden, so Applegate laut "People".
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