Cheyenne Ochsenknecht seit mehreren Jahren Opfer von Dickpics
Cheyenne Ochsenknecht (25) hat in den vergangenen Jahren das erlebt, was viel zu viele Frauen ebenfalls schon mitmachen mussten. Auf Instagram berichtet die Tochter von Uwe (70) und Natascha Ochsenknecht (61), dass Männer ihr immer wieder ungefragt Dickpics, also Fotos von deren Penis, schicken. Die 25-Jährige hat sich gegen die sexuelle Belästigung gewehrt, ihr Konto wurde allerdings deshalb eingeschränkt.
Ein "schlechter Scherz" von Instagram
Auf der Social-Media-Plattform macht Ochsenknecht ihrem Ärger Luft. "Ich bin auf 180", erzählt sie in einer Story. Sie habe vor wenigen Wochen ein solches Foto mit Name und Instagram-Profilbild veröffentlicht, "weil ich einfach seit Jahren schon Opfer von Dickpics bin". Ochsenknecht habe sich zur Aufgabe gemacht, solche Bilder stets zu posten, da sie wolle, "dass jeder weiß, dass so ein Mensch so etwas tut. Dass wir Frauen einfach sehr oft Opfer sind, und auch meistens Opfer sind."
Nach dem Posten sei sie von der Plattform ermahnt und die Story sei gelöscht worden, weil sie gegen die Richtlinien verstoße. Am 5. Mai wollte sie eine Kooperation auf der Plattform veröffentlichen, musste dann allerdings feststellen, dass ihr Konto eingeschränkt wurde. "Muss man sich mal reinziehen: Also ich werde Opfer von Dickpics auf Instagram, weil Instagram es immer noch nicht auf die Reihe bekommen hat, dass man solche Fotos bei den Chats einfach nicht verschicken darf. [...] Und ich werde jetzt gesperrt", resümiert Ochsenknecht. Der Mann, von dem das Bild ursprünglich stammt, sei aber noch online: "Also der Mann, der mir Penisbilder schickt, wird nicht gesperrt [...]." Sie schreibt dazu, dass dies doch ein "schlechter Scherz" sei.
"Da passiert bei ihm gar nichts, wenn er Nacktbilder verschickt?"
Ochsenknecht blendet ein, dass sie bis 13. Mai unter anderem keine Werbeanzeigen erstellen kann. Das Konto sei eingeschränkt, da "möglicherweise gegen unsere Regeln verstoßen" wurde, heißt es in der Mitteilung der Plattform. Als möglicher Grund wird "Sexueller Missbrauch von Erwachsenen" genannt. Sie könne daher ihrer Arbeit nicht nachkommen und verliere Geld, erzählt sie weiter. "Super Job, Instagram", kommentiert Ochsenknecht. Zumindest habe "die Polizei Berlin meine Anzeige zur Kenntnis genommen" und diese werde derzeit bearbeitet.
Sie könne sich nicht erklären, wie sie "von Instagram gesperrt werde wegen sexuellem Missbrauch. [...] Und der Typ darf die Nachricht aber easy verschicken und ich kriege gefühlt zehn Stück hintereinander und da passiert bei ihm gar nichts, wenn er Nacktbilder verschickt?"
Unter anderem das Projekt "dickstinction.com" von HateAid kann helfen, wenn man Opfer dieser Form digitaler Gewalt geworden ist. Das Portal hilft dabei, eine Strafanzeige vorzubereiten, damit diese direkt ausgedruckt und bei der Polizei eingereicht werden kann. Beratung und und Hilfe für Frauen bietet anonym und kostenfrei etwa das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der 116 016 rund um die Uhr.
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