Britischer Künstler David Hockney im Alter von 88 Jahren gestorben

David Hockney, einer der bedeutendsten britischen Künstler der Moderne, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.
(jom/spot) |
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David Hockney wurde 88 Jahre alt.
David Hockney wurde 88 Jahre alt. © Imago Images/Avalon.red / Sarah M Lee

David Hockney (1937-2026) ist tot. Laut einer Mitteilung seines Sprechers, die unter anderem dem "London Standard" vorliegt, starb der Maler am 11. Juni 2026 friedlich in seinem Zuhause - vier Wochen bevor er seinen 89. Geburtstag am 9. Juli gefeiert hätte.

Mehr als sechs Jahrzehnte lang hat Hockney die Kunstwelt geprägt, herausgefordert und immer wieder überrascht. Sein Werk reicht laut BBC von den glitzernden Swimmingpools Kaliforniens bis zu den sanften Hügelkuppen der Yorkshire Wolds, von Polaroid-Collagen bis zu iPad-Zeichnungen.

Geboren am 9. Juli 1937 als viertes von fünf Kindern einer Arbeiterfamilie in Bradford, war der Weg in die Kunstwelt keine Selbstverständlichkeit. Sein Vater Kenneth war Buchhalter und malte Antikriegsplakate für lokale Friedensmärsche; seine Mutter Laura lebte als Methodistin und strenge Vegetarierin. Der Sohn wollte von Anfang an nur eines: zeichnen. Papier war im Krieg knapp, also malte er laut BBC auf dem Küchenboden.

Ein Rebell mit Prinzipien

An der Schule weigerte sich Hockney, andere Fächer als Kunst zu belegen. Als man ihm später am Royal College of Art den Abschluss verweigerte, weil er das einzige Pflichtessay nicht eingereicht hatte - er bestand darauf, allein nach seinem Werk beurteilt zu werden -, erzwang der öffentliche Aufschrei das Einlenken der Hochschule. Die verlieh ihm schließlich das Diplom.

Zu einer Zeit, als Abstraktion den Kunstbetrieb beherrschte, malte Hockney figürlich und in leuchtenden Farben. Kritiker, die seinen späteren Schwenk zur Landschaftsmalerei als Rückschritt deuteten, beschied er knapp: Ihn interessiere das Urteil solcher Leute nicht.

1964 flog Hockney nach Los Angeles. Was ihn anzog, war nicht der Glamour Hollywoods, sondern das Licht - und eine Freiheit, die England bis dato nicht kannte. Als offen schwul lebender Mann in einer Zeit, in der Homosexualität in England noch unter Strafe stand, fand er in Kalifornien Raum für sich. Was folgte, wurde zum Kern seines Ruhms: die Swimmingpool-Serie. "A Bigger Splash" von 1967, sein bekanntestes Werk, zeigt den Moment nach einem Sprung ins Wasser. 2018 erzielte ein anderes Gemälde aus dieser Werkgruppe, "Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)", bei einer Auktion in New York rund 90 Millionen Dollar - damals ein Weltrekord für einen lebenden Künstler.

Hockney ließ sich von keinem Medium abschrecken. In den 1980er Jahren entstanden großformatige Polaroid-Collagen, später experimentierte er mit Faxgeräten und Fotokopierern als künstlerisches Mittel. Als das iPad auf den Markt kam, war er sofort begeistert und schuf damit Hunderte von Bildern.

Ehrungen mit Hindernissen

Den Ritterstand lehnte Hockney 1990 ab. Den Companion of Honour soll jemand aus seinem Umfeld stellvertretend und ohne sein Wissen akzeptiert haben - was ihn aufbrachte. Den Order of Merit nahm er an, weil er ihn als persönliches Geschenk von Queen Elizabeth II. verstand. Zum 70. Geburtstag wurden in der Tate Britain für zehn Minuten die Rauchmelder abgeschaltet, damit er in aller Ruhe eine Zigarette rauchen konnte. Es war, Berichten zufolge, die Ehrung, die ihm am meisten gefiel. Für 2027 war eine große Retrospektive in der Tate Modern geplant - als Feier seines 90. Geburtstags.

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