Brisante Dokumente? Ghislaine Maxwell fürchtet unfairen Prozess

Vorverurteilung durch negative Berichterstattung? Ghislaine Maxwell fürchtet einen unfairen Prozess, sollte eine alte Aussage veröffentlicht werden.
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Ghislaine Maxwell im Jahr 2003
imago images/ZUMA Press Ghislaine Maxwell im Jahr 2003

Ghislaine Maxwell (58) sitzt seit ihrer Festnahme in einem Gefängnis in New York und wartet auf den Beginn ihrer Verhandlung, die für den 12. Juli 2021 angesetzt wurde. Die einstige Vertraute des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (1953-2019) fürchtet aber, keinen fairen Prozess zu bekommen, sollten Details einer früheren Aussage an die Öffentlichkeit kommen.

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Wie unter anderem die britische Tageszeitung "Daily Mirror" berichtet, erklärten Maxwells Anwälte am 20. August bei einer Anhörung vor Gericht, dass sich intime Informationen "wie ein Lauffeuer im Internet" verbreiten könnten, sollten die zuvor versiegelten Dokumente der Anhörung veröffentlicht werden. Deshalb forderten sie das Gericht dazu auf, die Aussage Maxwells und weitere Schriftstücke weiterhin unter Verschluss zu halten.

Aussage stammt aus dem Jahr 2016

Die fraglichen Akten stammen aus einer Verleumdungsklage, die Virginia Giuffre (37), das angebliche Opfer von Epstein und Prinz Andrew (60), 2015 gegen Ghislaine Maxwell eingereicht hatte und die 2017 außergerichtlich beigelegt worden war. Maxwell selbst wurde 2016 zu den Vorwürfen gehört. Ein Richter hatte zuvor angeordnet, dass die damals ursprünglich versiegelten Akten für die laufenden Ermittlungen herangezogen werden dürfen.

Maxwells Anwälte argumentieren, dass bei der Anordnung die Privatsphäre und das Versprechen auf Vertraulichkeit, das ihr vor der Aussage gegeben wurde, nicht angemessen berücksichtigt wurden. Sollte die richterliche Anordnung tatsächlich in Kraft treten und würden die Dokumente veröffentlicht werden, wäre "die Katze für immer aus dem Sack" und "intime, sensible und private Informationen" würden ungehindert verbreitet werden, so Maxwells Rechtsbeistände weiter.

Vorverurteilung durch negative Schlagzeilen?

Zudem würde die Veröffentlichung zu einer "unumstößlichen und verfassungswidrigen" negativen Berichterstattung führen, die den "Wahrheitsfindungsprozess" von Maxwells Verfahren untergraben würde. Zeugen, so die Anwälte, würden sich dadurch dazu veranlasst fühlen, "ihre Erinnerungen an Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse neu zu formulieren".

Maxwell war am 2. Juli im US-Bundesstaat New Hampshire vom FBI festgenommen worden und sitzt seit dem bis zu einem möglichen Prozessbeginn am 12. Juli 2021 in New York in Untersuchungshaft. Maxwell wird in bislang sechs Anklagepunkten der Prozess gemacht. Der 58-Jährigen wird vorgeworfen, Epstein dabei geholfen zu haben, minderjährige Mädchen zu missbrauchen. Sie soll sich mit den Mädchen angefreundet und sie zu sexuellen Handlungen mit Epstein gedrängt haben. In mehreren Fällen soll sie auch selbst an dem Missbrauch beteiligt gewesen sein. Außerdem wird ihr Meineid in zwei Fällen vorgeworfen.

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