Böse Überraschung bei der "Bares für Rares"-Expertise: "Das ist doch Betrug!"
Horst Lichter zeigte sich in der Donnerstagsausgabe von "Bares für Rares" vom Funkeln der Diamanten und Brillanten eines Rings beeindruckt. "Der ist von meiner Mutter, die ist 1989 verstorben und ich habe den Schmuck geerbt", erzählte Rosita aus Wiesloch, die von ihrem Bekannten Marco begleitet wurde. "Ich habe ihn die ganzen Jahre getragen, aber die letzten zwei Jahre fast überhaupt nicht mehr."
Da inzwischen die Gelegenheiten für den edlen Schmuck fehlten, wollte sie ihn verkaufen - "bevor er im Schrank liegt und irgendwo verschwindet". Der Aufbau des Weißgoldrings "mit einem recht ansehnlichen Diamantbesatz" gefiel dem Schmuckexperten recht gut: "Für mich sieht es ein bisschen futuristisch aus." Deshalb ordnete Patrick Lessmann den Ring zeitlich Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre ein. Da musste Rosita widersprechen: "War früher. Zwischen 1950 und 1960 würde ich sagen." Doch Lessmann dachte an "Space Age": "Dieser Schmuck unterschied sich deutlich von dem Schmuck der Nachkriegszeit der 1940er- oder auch noch 50er-Jahre."
Besondere Aufmerksamkeit verdiente der Mittelstein von etwa 0,65 Karat im Brillantschliff: "Er ist in einer sehr guten Qualität, was die Reinheit angeht." Horst Lichter hakte nach: "Aber da sind doch noch jede Menge drumrum?" Die schätzte Lessman insgesamt auf 0,75 Karat. Fragen warf der Goldanteil auf. "Es ist gestempelt 750er", meinte Lessmann. Aber: "Wir wollen uns ja nicht immer nur auf die Stempel verlassen." Und tatsächlich: "Der Säuretest ergibt leider etwas anderes."
"Für das gebe ich ihn nicht her"
Er zeigte der Verkäuferin das Ergebnis: "Wir müssen hier von einer 585er Ringschiene ausgehen." Rosita konnte diese unerwartete Info kaum glauben: "Wahnsinn! Das ist doch Betrug!" Lessman suchte nach einer Erklärung: "Es kann auch mal im Zuge einer Umarbeitung ..." Die Verkäuferin schüttelte den Kopf: "Nenene, der war genau so! Aber als 750er bezahlt!" Damit war ihr Wunschpreis von 3.000 bis 3.500 Euro wohl unrealistisch.
Da der Schätzwert nur bei 1.500 bis 1.650 Euro lag, winkte sie ab: "Für das gebe ich ihn nicht her. Das war ja damals schon um die 5.000 DM." Lichter nickte: "Nee, das machen wir nicht. Da unterstütze ich dich aber." Rosita nahm es mit Humor: "Jetzt trage ich ihn auch zum Arbeiten."
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