Böse Erinnerungen kochen bei "Rosenheim-Cops"-Star Karin Thaler hoch: "Darf nicht zu viel reden"

Karin Thaler bricht beinahe die Stimme weg. Die ZDF-Schauspielerin aus "Die Rosenheim-Cops" wird emotional – doch möchte sie das Interview professionell zu Ende bringen. Grund für die riesengroßen Emotionen sind schlimmste Erinnerungen.
Florian Kraus |
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Karin Thaler im Interview: "Darf gar nicht zu viel reden, sonst kommen mir die Tränen."
Karin Thaler im Interview: "Darf gar nicht zu viel reden, sonst kommen mir die Tränen." © ARD/Brisant

Seit Jahren gehört Karin Thaler zu den prägenden Gesichtern der Erfolgsserie "Die Rosenheim-Cops". Als "Stadträtin Marie Hofer", die sich gelegentlich auch in Ermittlungen einmischt, sorgt sie für Lacher und Dynamik in der beliebten ZDF-Serie. Doch die starke Schauspielerin war zuletzt bei Interview-Terminen stark gefordert. Thaler hat ein biografisches Buch veröffentlicht und sprach emotional über Erlebtes.

Mutter von "Rosenheim-Cops"-Star hinterlässt Lebensbeichte

In ihrer biografischen Schrift "Stark, weil ich stark sein musste" erzählt Thaler von der jahrzehntelangen Spielsucht ihrer Mutter Helga, die 2022 verstarb. Darin erzählt sie, wie ihr eigenes Einkommen für die Sucht der Mutter draufging, wie sie Bürgschaften für sie übernahm und teils nicht mal mehr Geld zum Essen hatte. Trotz allem hielt Karin Thaler immer zu ihr. Kürzlich sagte Thaler im AZ-Interview über Mama Helga: "Sie hat es ja nicht böse gemeint, sie war ein grundguter, liebevoller Mensch, aber krank. Sie hatte eine manisch-depressive Störung und war spielsüchtig."

Über das volle Ausmaß der Sucht ihrer Mutter wurde sich die Schauspielerin erst nach deren Tod bewusst. Helga hinterließ eine 129-seitige Schrift, die einmal eine Autobiografie werden sollte – und eine Art Lebensbeichte. Doch dazu kam es nicht mehr. Nachdem Tochter Karin Thaler diese Seiten (überschrieben als "Mein anderes Leben") fand, wurde ihr irgendwann klar, dass sie es sein sollte, die diese Geschichte erzählt.

Schlimme Erfahrung von Karin Thaler: "Von Monat zu Monat gerettet"

Im Interview mit dem ARD-Magazin "Brisant" erzählt Karin Thaler von den schlimmsten Zeiten: "Wir haben uns von Monat zu Monat gerettet." Der verbliebene Hausrat? Eine Matratze, ein Tisch mit einem Fernseher und zwei Stühle. Später, als sie als Schauspielerin erfolgreich war, übernimmt sie Bürgschaften für ihre Mutter im sechsstelligen Bereich. Diese bekommt ihr Problem aber einfach nicht in den Griff. Lügt und manipuliert, damit sie mit ihren Verfehlungen durchkommt.

"Wenn du am Geldautomaten stehst und kriegst keine zehn Mark"

"Ich kenne das Gefühl (...), wenn du am Geldautomaten stehst und kriegst keine zehn Mark. Und weißt nicht, was du essen sollst", sagt die Schauspielerin dem Kamerateam in einem Freisinger Buchladen, wo sie ihre Biografie vorstellt.

Böse Erinnerungen kochen bei "Rosenheim-Cops"-Star Karin Thaler hoch: "Darf nicht zu viel reden"

Das sei – man braucht keine Fantasie dafür, aber Karin Thaler verdeutlicht es – "richtig scheiße". Sie muss kurz schlucken, blickt zur Seite und sammelt sich erst einmal. Dann fährt sie fort: "Ich darf gar nicht zu viel reden jetzt, sonst kommen mir die Tränen." Ihre Stimme verstummt kurz.

"Dachte, ich hätte das schon alles überwunden"

Die 60-Jährige setzt das Interview aber fort. Über ihre großen Emotionen ist die Schauspielerin selbst überrascht – denn die Wunde klafft offenbar noch immer: "Und ich dachte, ich hätte das schon alles überwunden."

Heute ist Karin Thaler klar, was sie damals noch nicht vollends begriff: "Ich war co-abhängig: Ich habe alles vertuscht und ihre Lügen weiter gelogen." Sie versuchte ihre Mutter zu schützen, damit niemand die Wahrheit erfährt. 

Thaler, die von Schauspiel-Ikone Senta Berger und deren verstorbenem Mann Michael Verhoeven 1986 entdeckt worden war – wie sie im AZ-Interview verriet–, will mit dem Buch Mut machen. Woher sie selbst die Kraft für alles genommen hat? "Ich hatte die schönste Kindheit – immer draußen, immer abgebusselt und abgeknuddelt", sagt sie.

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