Bill Mockridge: "Luke ist mit Bühnenluft gestillt worden"

Für Bill Mockridge hat sich etwas verändert, seit Sohn Luke Mockridge zu den erfolgreichsten Comedians Deutschland gehört, wie er im Interview erzählt.
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Luke Mockridge (l.) mit seinen Eltern Margie Kinsky und Bill Mockridge
imago images / Future Image Luke Mockridge (l.) mit seinen Eltern Margie Kinsky und Bill Mockridge

Bill Mockridge (72) ist Schauspieler und Kabarettist. Etlichen älteren TV-Zuschauern dürfte er als Erich Schiller in der ARD-Serie "Lindenstraße" bekannt sein. Beim jüngeren Publikum klingelt es womöglich beim Nachnamen. Einer seiner Söhne ist Luke Mockridge (30), einer der erfolgreichsten Comedian Deutschlands. "Das ist durchaus interessant für mich", sagt Bill Mockridge im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. "Jahrelang war es so, dass Luke, wenn er mit mir unterwegs war, auf mich angesprochen wurde, auf den berühmten Vater. Jetzt ist es umgekehrt."

Der 72-Jährige führt weiter aus: "Wenn ich in ein Hotel oder in ein Restaurant komme, fragen mich alle, ob Luke mein Sohn ist. Das hat sich gewandelt, was ich sehr lustig finde." Doch nicht nur Luke ist im Showbusiness tätig. "Nicolas ist ein Film-, Fernseh- und Bühnenregisseur. Matthew ist Autor und Motivational Speaker. [...] Lenny ist Komponist für Film und Fernsehen, er hat zum Beispiel einen 'Tatort' komponiert. Jeremy ist sehr erfolgreich am Deutschen Theater in Berlin. Und Liam, der jüngste, ist Sänger, Filmproduzent und DJ", erzählt der stolze Vater von seinen anderen fünf Söhnen. Den Ursprung sieht er darin, wie sie aufgewachsen sind.

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"Sie kennen Comedy von Anfang an"

Anfang der 80er Jahre hat der gebürtige Kanadier das Improvisationstheater nach Deutschland gebracht. "Und es, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf, publik und populär gemacht", so Mockridge. 1982 passiert schließlich etwas Entscheidendes. Er entdeckt Margie Kinsky (61) für "Die Springmaus". 30 Jahre war sie dort Frontfrau. Zudem hat das Paar, das seit 1983 verheiratet ist, in Bonn ein eigenes Theater, Haus der Springmaus. Die sechs gemeinsamen Kinder sind folglich "von Tag eins an mit Theater aufgewachsen".

Bill Mockridge erinnert sich: "Luke zum Beispiel wurde neun Tage vor der Premiere einer großen Produktion geboren, die ich geschrieben und inszeniert hatte und in der meine Frau mitwirkte. Sie hat ihn buchstäblich hinter der Bühne gestillt." Vor allem eine Szene ist ihm im Gedächtnis geblieben, mit dem bereits verstorbenen Dirk Bach (1961-2012).

Seine Frau musste damals auf die Bühne und hat "Luke seinem Patenonkel Dirk Bach in die Arme gelegt. Dirk schaukelte Luke in seinen Armen und er hat mit großen Augen auf die Bühne geschaut. Fünf Minuten später kam meine Frau zurück, hat ihre Bluse geöffnet und Luke weiter gestillt. Er ist wirklich mit Bühnenluft gestillt worden." So seien alle sechs Kinder: "Sie kennen Comedy von Anfang an. Sie haben gesehen, dass wir wahnsinnig viel Spaß daran hatten, ein Publikum zu begeistern. Da haben sie selbst Gefallen an dieser Branche gefunden."

Doch Bill Mockridge stellt klar: "Ich habe aber nie gesagt, dass sie ins Showbusiness gehen sollen. Ich habe eher zu bedenken gegeben, dass sie es sehr gut überlegen sollen. Es ist ein Beruf, der wahnsinnig hart ist, mit vielen Enttäuschungen verbunden und nur die wenigsten werden wirklich erfolgreich. Ich habe ihnen geraten, es aus Leidenschaft zu machen und nicht, um reich und berühmt zu werden."

"Keiner von uns hat damit gerechnet"

Im Jahr 2019 sorgte Luke für reichlich Wirbel durch seinen umstrittenen Auftritt im ZDF-"Fernsehgarten". Seiner Familie hat er "vorab nichts erzählt", sagt Papa Bill. Er sei zu dem Zeitpunkt in Kanada gewesen und habe "frühmorgens durch die deutsche Presse davon erfahren". Luke habe ihn dann am Telefon aufgeklärt. "Ich sagte: 'Das klingt sehr witzig'. Keiner von uns hat damit gerechnet, dass die Leute wirklich beleidigt sein würden. Es war ein Kinderstreich."

Weiter meint er dazu: "Luke hat es selbst in seiner Sendung gesagt: Leute, wir haben so viele Baustellen in der Welt, ob es die Umwelt, Trump oder die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sei, dass sich Deutschland so lange über einen Auftritt im Fernsehgarten aufregt, ist durchaus verwunderlich."

Bill Mockridge kommt ab 30. Januar 2020 in die deutschen Kinos. In "Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmännchen" leiht er dem "alten, weisen Heinzel" seine Stimme.

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