"Bigotterie": Gil Ofarims Anwalt warnt Kritiker scharf

Die Teilnahme von Gil Ofarim (43) am Dschungelcamp 2026 sorgt für hitzige Debatten. Nun hat sich sein Strafverteidiger Dr. Alexander Stevens mit einem öffentlichen Statement zu Wort gemeldet. "Die aktuelle Dynamik ist an Bigotterie kaum zu überbieten", schreibt der Anwalt auf Instagram und richtet damit deutliche Worte an die Kritiker seines Mandanten.
Menschen, die sich über "vermeintliche Unwahrheiten" empörten, würden "im selben Atemzug ungeprüfte Behauptungen und strafbare Beleidigungen" verbreiten, so Stevens. Sein Vorwurf wiegt schwer: "Man kann nicht die Einhaltung von Werten fordern, während man sie selbst mit Füßen tritt." Wer Ofarim Verleumdung vorwerfe und ihn dabei selbst verleumde, führe keinen Diskurs - "er betreibt Selbstjustiz".
Anwalt bestätigt Schweigeverpflichtung
In seinem Statement geht Stevens auch auf die Frage ein, warum Ofarim im Camp nicht über den Vorfall spreche, der ihn vor Gericht gebracht hatte. "Es ist richtig, dass die Verfahrensbeteiligten sich seinerzeit auf eine Verpflichtung zum Schweigen verständigt haben", erklärt der Jurist. Diese Aussage deckt sich mit dem, was Ofarim selbst im Dschungel mehrfach betont hatte: Er dürfe rechtlich nicht über die Geschehnisse sprechen.
Gleichzeitig warnte Stevens, dass manche Beiträge in den sozialen Medien "unwahre Tatsachenbehauptungen" enthielten, die strafrechtliche Konsequenzen haben könnten.
Der Hintergrund
Im Oktober 2021 hatte der jüdische Musiker ein Video in den sozialen Medien geteilt, das für enormes Aufsehen sorgte. Darin beschuldigte er einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, sich ihm gegenüber antisemitisch verhalten zu haben. Der Mann habe ihn aufgefordert, seine Kette mit Davidstern verschwinden zu lassen, bevor er einchecken könne.
Der Hotelmitarbeiter bestritt die Vorwürfe jedoch vehement und zeigte Ofarim wegen Verleumdung an. Im November 2023 begann der Prozess vor dem Landgericht Leipzig - und endete mit einem überraschenden Geständnis: Ofarim räumte ein, gelogen zu haben. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 10.000 Euro eingestellt. Ofarim ist damit nicht vorbestraft.
Ofarim spricht im Camp über die Folgen
Über den Vorfall selbst schweigt der 43-Jährige im Dschungelcamp, doch über die Konsequenzen sprach er offen. Wegen seiner Geldsorgen habe er geliebte Gegenstände verkaufen und wegziehen müssen. Nun pendle er jedes zweite Wochenende 1.400 Kilometer, um seine Kinder zu sehen.
Auch psychisch habe ihn die Zeit schwer getroffen: Erst habe er sich in den Alkohol geflüchtet, schließlich acht Monate in einer Klinik verbracht. "Es gab Momente, wo ich mich fragte, wozu das alles noch...", gestand Ofarim im Camp.