"Bierkönig-Mord" von Mallorca auch nach 30 Jahren ungeklärt: "Aktenzeichen XY" sucht Zeugen

Nur wenige Kilometer von dem Ort, an dem heute ausgelassen gefeiert wird, ereignete sich vor fast 30 Jahren ein grausames Verbrechen. Bis heute ist ungeklärt, wer hinter dem sogenannten "Bierkönig-Mord" steckt. Jetzt rollte "Aktenzeichen XY ... International" den Fall auf.
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Rudi Cerne und sein Team von "Aktenzeichen XY ... ungelöst" suchen nach Zeugen im "Bierkönig-Mord".
Rudi Cerne und sein Team von "Aktenzeichen XY ... ungelöst" suchen nach Zeugen im "Bierkönig-Mord". © ZDF und Tobias Schult

Ende der 1980er-Jahre zog es den deutschen Gastronomen Manfred Meisel nach Mallorca. 1990 übernahm der Frankfurter Geschäftsmann den damals noch unscheinbaren "Bierkönig" an der berühmten "Schinkenstraße", offiziell Carrer del Pare Bartomeu Salvà. Unter Meisels Führung entwickelte sich das Lokal zu einem der bekanntesten Anlaufpunkte für deutsche Urlauber und Feiernde auf der Insel. Doch der Erfolg sollte ein tragisches Ende nehmen.

In der Nacht zum 12. November 1997 ereignete sich auf der Finca des deutschen Auswanderers bei S'Aranjassa ein Dreifachmord: Meisel, sein achtjähriger Sohn Patrick und die 30-jährige Tierpflegerin Claudia Leisten wurden erschossen. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wer die drei Menschen getötet hat und welches Motiv dahintersteckte. Nun, fast 30 Jahre später, beschäftigt sich die Fahndungssendung "Aktenzeichen XY ... International" mit dem Fall. Die betreffende Ausgabe wird am Mittwoch, 7. Oktober, 20.15 Uhr, im ZDF ausgestrahlt und von Rudi Cerne moderiert.

Schüsse in der Nacht

Meisel hatte sich mit dem Erfolg des "Bierkönigs" ein beträchtliches Vermögen aufgebaut. Zu seinem Besitz gehörte unter anderem eine weitläufige Finca bei S'Aranjassa. Auf dem Anwesen betrieb er eine wertvolle Papageienzucht, die Berichten zufolge einen erheblichen Wert hatte.

Neben den Anlagen für die Tiere befand sich dort auch das Wohnhaus der Familie. In der Tatnacht hatte die 30-jährige Tierpflegerin Claudia Leisten Dienst. Sie kümmerte sich um die Papageien auf dem Anwesen. Meisels achtjähriger Sohn Patrick schlief währenddessen im Schlafzimmer seiner Eltern. Als die zweite Tierpflegerin, Ilse K. zu Schichtbeginn am nächsten Morgen auf die Finca kam, fand sie die Leichen der drei Opfer.

Meisel und Leisten lagen im Bürotrakt eines separaten Gebäudes neben dem Wohnhaus. Beide waren mit jeweils zwei Schüssen in den Hinterkopf getötet worden. Patrick wurde tot im elterlichen Schlafzimmer aufgefunden. Auch er war nach den damaligen Ermittlungen durch Schüsse aus nächster Nähe getötet worden. Die Nachricht von dem Dreifachmord verbreitete sich noch am selben Tag auf der Insel. Vor dem "Bierkönig" wurden Blumen und Kerzen für die Opfer niedergelegt.

Lebensgefärtin befand sich nicht auf der Finca

Meisels Lebensgefährtin Daiana Ritter, die Mutter von Patrick, befand sich in der Tatnacht nicht auf dem Grundstück der Finca. Sie war für einen Untersuchungstermin nach Deutschland gereist und zu diesem Zeitpunkt schwanger. Dass Ritter in der Nacht des Verbrechens nicht auf dem Anwesen war, spielte später bei verschiedenen Spekulationen über den Fall eine Rolle.

Im Laufe der Jahre kursierten zahlreiche Theorien über mögliche Hintergründe und Motive. Die Vermutungen reichten von einem Raubmord über mögliche Verbindungen zu kriminellen Geschäften und Schutzgelderpressung bis hin zu einem Zusammenhang mit Meisels wertvoller Papageienzucht. Einen eindeutigen Täter konnten die Ermittler jedoch nie ermitteln.

Der Fall ist in Spanien inzwischen verjährt. Die Ermittlungen werden dennoch von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main weiterverfolgt. Da Meisel deutscher Staatsbürger war, gilt für die deutschen Ermittler deutsches Strafrecht. Mord verjährt in Deutschland nicht. Fast 30 Jahre nach der Tat hoffen die Ermittler nun erneut auf Hinweise. Gesucht werden Menschen, die damals etwas beobachtet haben oder Informationen besitzen, die bislang nicht bekannt geworden sind.

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