Beliebt wie lange nicht: Norweger halten trotz Skandalen zur Monarchie

Skandalprozess um den Sohn der Königin oder Epstein-Akten mit dem Namen von Mette-Marit: Trotz einigen Skandalen in jüngster Vergangenheit stehen die Norweger so klar hinter ihrer Monarchie wie seit 25 Jahren nicht.
(mia/spot) |
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König Haakon und Königin Mette-Marit können sich der Unterstützung der Norweger derzeit sicher sein.
König Haakon und Königin Mette-Marit können sich der Unterstützung der Norweger derzeit sicher sein. © ddp/DPPA

13 Tage nach dem Tod von König Harald erreicht die Zustimmung zur Monarchie in Norwegen ihren höchsten Stand seit 25 Jahren. Laut einer Umfrage von Norwegens größtem Privatsender TV 2 halten 77,6 Prozent der Befragten mit einer Meinung die Monarchie für die beste Staatsform des Landes. 22,4 Prozent sprechen sich für eine Republik aus, nur fünf Prozent enthielten sich der Stimme.

TV 2 stellt diese Frage, seit Mette-Marit in die Königsfamilie einzog. In diesen 25 Jahren wurde für die Monarchie noch nie ein so hoher Wert gemessen. Das Institut Verian befragte dafür zwischen dem 2. und dem 8. September 985 Menschen in einer landesrepräsentativen Stichprobe.

Drei Krisen in zwei Jahren

Der Rückhalt fällt in eine Zeit, in der das Königshaus einen Justizfall nach dem anderen abarbeitet. Marius Borg Høiby, der 29-jährige Sohn von Königin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, wurde im Juni 2026 nach einem Prozess mit 40 Anklagepunkten zu vier Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen. Rechtskräftig ist das Urteil nicht. Ein Gericht hat die Berufung inzwischen zugelassen, wie ebenso TV 2 berichtet, der Fall wird also neu verhandelt. Ein Termin steht laut Pressemitteilung noch nicht fest.

Auch Mette-Marit selbst geriet Anfang 2026 unter Druck. Aus US-Gerichtsunterlagen zum Umfeld des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein ging hervor, wie weit ihre Verbindung reichte: Ihr Name tauchte Hunderte Male in den Akten auf, dokumentiert ist ein jahrelanger, teils sehr vertrauter E-Mail-Austausch. 2013 übernachtete sie auf einem Anwesen Epsteins in Florida, obwohl er wegen Sexualdelikten mit Minderjährigen längst verurteilt war. Im Februar 2026 entschuldigte sie sich öffentlich für ihr schlechtes Urteilsvermögen.

Zwei Jahre davor hatte Prinzessin Märtha Louise für eine Glaubwürdigkeitskrise gesorgt. Ihre Hochzeit mit dem US-Schamanen Durek Verrett vermarktete das Paar exklusiv an "Hello!" und Netflix, obwohl mit dem Palast vereinbart war, den Titel nicht kommerziell zu nutzen. Die norwegische Presse blieb ausgeschlossen.

Von 2,9 auf 18,9 Prozent

Wie tief die Zweifel saßen, zeigt eine zweite Frage von Verian. Als TV 2 2024 nach der Festnahme von Høiby erheben ließ, ob die Monarchie ihre Stellung gestärkt oder geschwächt habe, sahen gerade 2,9 Prozent sie gestärkt. Knapp zwei Jahre später sind es 18,9 Prozent.

Königshausexperte Johan Lindwall erklärt den Zuspruch mit zwei Gründen: der Trauer um Harald, den er einen Landesvater nennt, und dem Vertrauen in Haakon. Der neue König sei auch dann sichtbar geblieben, als der Wind um Mette-Marit und Marius am heftigsten blies, habe Fragen der Medien beantwortet und über seine Familie gesprochen. Das schaffe Vertrauen in ihn als Person und als Staatschef.

Dass es bei den guten Werten bleibt, erwartet Lindwall nicht. "Ich glaube, es wird Herausforderungen geben. Zum Beispiel, wenn Marius am Ende ins Gefängnis muss. Wie soll man damit umgehen, dass der Sohn der Königin im Gefängnis sitzt? Das wird problematisch", sagt er. "Aber ich glaube, Haakon wird die Herausforderungen ganz hervorragend meistern."

Warnung vor zu viel Euphorie

Auch der Königshausexperte von TV 2, Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen, warnt davor, zu viel in die Werte hineinlesen. "Gerade jetzt werden wir von den Gefühlen für König Harald und den Glückwünschen an König Haakon gelenkt."

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