Beatrice Egli spricht über Bodyshaming: "Das ist ein gesellschaftliches Ding"

Wie sehr gesellschaftliche Schönheitsideale den Blick auf den eigenen Körper beeinflussen können, weiß Beatrice Egli aus eigener Erfahrung. Die Schlagersängerin, die 2013 die zehnte Staffel der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" gewann, wurde bereits mehrfach für ihr Aussehen kritisiert. Im Gespräch mit Urs Gredig bei "Gredig direkt" erzählt die 38-Jährige, wie sie mit diesen Erfahrungen umgeht und weshalb es Zeit braucht, sich selbst anzunehmen.
Auf die Frage nach ihrem Umgang mit Bodyshaming antwortet Egli: "Das ist ein Prozess, den wir alle das Leben lang lernen dürfen." Sie habe "auf brutale Art und Weise" und am "eigenen Leib" erfahren, was es bedeutet, für das eigene Aussehen verurteilt zu werden. Dabei sei es ein Körper, der "gesund ist" und ihr "gegeben wurde". An ihm sei "überhaupt nichts falsch".
Dennoch entspreche er für manche Menschen nicht dem, was als "normal" vorgegeben wurde, erklärt die Sängerin. Dass sich die Bewertung des eigenen Körpers nicht einfach überwinden lässt, macht Egli ebenfalls deutlich. "Dieser Prozess dauert bis heute. Denn der Körper verändert sich weiterhin. Ich werde nie so bleiben wie jetzt. Das ist eine Momentaufnahme", sagt sie. Ihr Aussehen werde sich sowohl im kommenden Jahr als auch in zehn Jahren verändert haben. Dann "wird man wieder verurteilt, dass man älter wird".
"Wir sehen in der ganzen Gesellschaft, dass es einen großen Raum einnimmt, zu werten, wie jemand aussieht und sich darstellt", sagt sie. Schon früh habe sie erkennen müssen, "dass alles so bleiben wird". "Das ist ein gesellschaftliches Ding", meint Egli. Umso wichtiger sei es, sich selbst mit Verständnis zu begegnen. Jeder Tag biete die Möglichkeit, durch Selbstliebe und Reflexion einen besseren Umgang mit sich selbst zu finden. Egli möchte dabei auch für sich selbst die Rolle übernehmen, die sie anderen gegenüber einnimmt: Sie will ihre eigene beste Freundin sein und sich so annehmen, wie sie ist.