"Bares für Rares"-Expertise haut Verkäuferin um: "Ich brauche einen Stuhl!"

Horst Lichter erkannte die Vase, die in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow vor ihm landete, sofort als "echte Kunst". "Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte-Goltz bestätigte das Urteil mit einem begeisterten "Ja!" bestätigte. Da ahnten Monika und ihre Nichte Christina aus Dorsten noch nicht, dass sie selbst gleich in aufgeregte Wallung versetzt werden würden.
"Die habe ich damals geschenkt bekommen mit meinem Mann, von einem alten Ehepaar", erzählte Monika. Durch den Lichteinfall begannen die Steine und Ornamente wunderschön zu leuchten. "Die wird in einem alten Generalshaushalt in Frankreich gestanden haben", wusste die Verkäuferin. Zur eigenen Einrichtung passte sie nur leider inzwischen nicht mehr: "Ich habe die von einer Ecke in die andere gepackt."
Colmar Schulte-Goltz sah in dem "sehr schönen Stück" jedoch "ein Erzeugnis der Glaskunst aus Frankreich". Die Marmorierung und Farbgestaltung des Glases ergaben tolle Effekte. Besonders waren die aufgesetzten Glas-Cabochons, die Emaille-Bemalung und die Vergoldung: "Das macht die Sache natürlich sehr herausragend." Das Exemplar von Daum Nancy trug den Namen "Rosiers" und wurde um 1900 gefertigt. Der Zustand: "Schön und perfekt."
"Genau das gleiche Objekt habe ich noch nicht gesehen", attestierte der Experte ein Unikat. "Sowas wird gesucht!" Deshalb hoffte Monika auf ihren Wunschpreis von 500 bis 800 Euro.
Beim Schätzwert bekommt die Verkäuferin weiche Knie
"Das ist ein Höhepunkt von Glaskunst", betonte Schulte-Goltz und nannte einen Schätzwert von 2.800 bis 3.200 Euro. Monika bekam kurz weiche Knie: "Ich brauche einen Stuhl!" Doch Horst Lichter fasste schnell ihren Arm: "Bleib bei mir!" Dann lachte die Verkäuferin vor Freude: "Boah, Wahnsinn!"
"Wir sind auf alle Fälle im Jugendstil", erkannte Christian Vechtel im Händlerraum. Das ließ allgemein das Interesse steigen. Dennoch tröpfelten sich die Gebote nur langsam in den mittleren dreistelligen Bereich nach oben. Auch bei 810 Euro schüttelten Christina und Monika aber nur milde lächelnd den Kopf. Da fragte Liza Kielon nach der Expertise.
"Aha!", staunte David Suppes über den Preis. "Also ist es etwas ganz, ganz, ganz Besonderes von Daum Nancy!" Und schon kam die Verhandlung im vierstelligen Bereich in Schwung. Am Ende bezahlte Elke Velten 2.500 Euro für das Unikat. "Es hätte nicht besser sein können", freute sich Monika über das unerwartet dicke Bündel Geldscheine. "Wunderbares Urlaubsgeld!"
"Bares für Rares": Plastik-Eule übertrifft alle Erwartungen
Verkauft wurde auch das Emaille-Schild von Schultheiss-Patzenhofer Biere aus der Zeit zwischen 1920 und 1945 mit einem Wert von 300 bis 500 Euro. Für 750 Euro bekam Benjamin Leo Leo die Rarität, die ihn von Anfang an begeisterte.
Die Mondsichel-Brosche mit 2,2 Karat Diamanten aus der Zeit zwischen 1890 und 1910 war 1.500 Euro wert. Elke Velten ließ sich das edle Funkeln sogar 1.800 Euro kosten. Denn sie fand das Schmuckstück einfach: "Wahnsinn!"
Das silberne Eisbesteck aus den 1890er-Jahren wurde von der Expertin auf 450 Euro geschätzt. Liza Kielon gab sogar 600 Euro aus. "Super! Königlicher Hofjuwelier ..." - da kann man nichts falsch machen.
Die limitierte Steinkauz-Plastik "Eule II" von Paul Wunderlich aus dem Jahr 1989 hatte einen Wert von 600 bis 800 Euro. "Ich bin großer Eulen-Fan", leuchteten die Augen von David Suppes. Dafür bezahlte er auch gerne den Liebhaberpreis von 880 Euro.