Auswertung des ADAC: Vier von zehn Kindern können nicht sicher Rad fahren

In vielen Bundesländern enden in den nächsten Wochen die Sommerferien. Viele Schülerinnen und Schüler machen sich dann wieder mit dem Fahrrad auf den Weg zur Schule. Doch vielen fehlen offenbar grundlegende Fähigkeiten, um sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen, wie eine Umfrage des ADAC unter Eltern zeigt.
Demnach beherrschen nur knapp 60 Prozent der 7- bis 9-Jährigen Techniken wie Schulterblick, Handzeichen und einhändiges Fahren. Daher empfiehlt der Automobil-Club Eltern, die restlichen Wochen vor dem Schulstart noch zum Üben zu nutzen.
Für die Umfrage hat die ADAC-Stiftung 1.010 Eltern in Deutschland in Zusammenarbeit mit der We are Family Research im Mai 2026 online befragt.
Vielen Kindern fehlen grundlegende Fähigkeiten
Die gute Nachricht ist: Immerhin 96 Prozent der Kinder zwischen vier und zwölf Jahren in Deutschland können Fahrrad fahren. Aber das bedeutet nicht, dass sie sicher unterwegs sind. So würden etwa 38 Prozent der 7- bis 9-Jährigen keinen Schulterblick beherrschen oder nicht sicher einhändig fahren. Bei den 10- bis 12-Jährigen trifft das noch auf jeden fünften (20 Prozent) zu, obwohl sie bereits in der Schule Fahrradunterricht erhalten haben sollen.
Auch unter Lehrkräften hat die ADAC-Stiftung zu dem Thema im Frühjahr eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse liefern ein deckungsgleiches Bild. Nach Auffassung von Lehrerinnen und Lehrern hätten 47 Prozent der Kinder erhebliche Aufmerksamkeitsdefizite im Straßenverkehr. Demnach können 36 Prozent in wichtigen Verkehrssituationen nicht angemessen reagieren.
Gemeinsames üben bringt Sicherheit
Ein Blick in die Unfallzahlen zeigt, wie wichtig es für Kinder ist, sich auf Asphalt und Radweg sicher bewegen zu können. Im letzten Jahr starben laut ADAC-Stiftung 74 Kinder unter 15 Jahren bei einem Verkehrsunfall, 13 davon mit einem Fahrrad, insgesamt wurden rund 29.000 Kinder verletzt. Statistisch gesehen wird somit alle 18 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt. Laut Statistischem Bundesamt passiert das bei älteren Kindern besonders häufig auf dem Weg zur Schule, nämlich Werktags zwischen 7 und 8 Uhr.
Die Umfrage ergab auch, dass sich die meisten Eltern (52 Prozent) selbst bei der Verkehrserziehung in der Pflicht sehen. Gerade in den Sommerferien ist genug Zeit, dieser Pflicht nachzukommen. Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung rät deshalb Eltern: "Die Sommerferien sind eine gute Gelegenheit, gemeinsam als Familie zu üben. Wer jetzt Zeit auf dem Rad verbringt, macht sein Kind fit für den Schulweg und für alle weiteren Strecken."