Aus für den Opernball

Jetzt hat es sich ausgetanzt: Auch die pompöseste Inszenierung reichte nicht – der „Ball der Künste“ wird 2009 nicht mehr stattfinden. „Ich glaube nicht, dass man einen Opernball braucht“, sagt Nikolaus Bachler, der neue Intendant der Bayerischen Staatsoper - und stellt das Event aufs Abstellgleis.
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Die Inszenierung stimmt: Opernstar Lucia Aliberti, von Herren im Frack begrüßt.
Brauer 2 Die Inszenierung stimmt: Opernstar Lucia Aliberti, von Herren im Frack begrüßt.
Kent Naganos Konzept ist gescheitert.
az 2 Kent Naganos Konzept ist gescheitert.

Jetzt hat es sich ausgetanzt: Auch die pompöseste Inszenierung reichte nicht – der „Ball der Künste“ wird 2009 nicht mehr stattfinden. „Ich glaube nicht, dass man einen Opernball braucht“, sagt Nikolaus Bachler, der neue Intendant der Bayerischen Staatsoper - und stellt das Event aufs Abstellgleis.

Keine Strauß-Walzer mehr in umdekorierten Museumsräumen, keine Kronleuchter an den Decken, keine Eva Padberg, die nachts übers Parkett schwebt, auch kein Opernstar Lucia Aliberti, aus Mailand angereist, Glanz und Glamour bringen soll. Der Münchner Opernball im Haus der Kunst steht vor dem Aus.

Offenkundig ist das Konzept gescheitert

Erst vor zwei Jahren, im Mai 2007, war der Ball zum ersten Mal als „Ball der Künste“ im Haus der Kunst veranstaltet worden. Mit dem exklusiven Ereignis wollte die Bayerische Staatsoper die Tradition der Münchner Künstlerbälle wiederbeleben. Der Abend sollte „Gesellschaft und Künste in ganz besonderer Weise einander näher bringen und zeigen, dass die Tradition in München lebendig sei“ – so hatte sich das Generalmusikdirektor Kent Nagano bei der Vorstellung gewünscht. Offenkundig ist sein Konzept gescheitert.

Stets war der Opernball opulent inszeniert

„Ich glaube nicht, dass man einen Opernball braucht“, sagt jetzt der neue Intendant der Bayerischen Staatsoper Nikolaus Bachler – und stellt damit zugleich eine hochkarätige gesellschaftlichen Veranstaltungen der Stadt aufs Abstellgleis. Eine Veranstaltung, die vor allem das beherrschte: die ganz große Inszenierung.

An dieser nämlich kann es nicht gelegen haben. Stets war der Opernball so opulent inszeniert, wie man es vermutlich tun muss: Im Mai standen links und rechts am Eingang beim Haus der Kunst eine Reihe Frauen mit weiß gepuderten Gesichtern in Ballkleidern sowie Männer im Frack, welche die 80 Ehrengäste in die Museumsräume begleiteten. Die waren festlich umdekoriert, prächtige Ballsäle, in denen die Musiker des Bayerischen Staatsorchesters virtuos spielten. Strauß, Verdi, Tschaikowsky – große Gesten. Nur leider keine große Stimmung. „Bei tropischen Temperaturen blieb die Stimmung im Ballsaal unterkühlt“, schrieb die Abendzeitung schon zur Premiere 2007. Womöglich hat es sich damals schon gezeigt.

Womöglich ein Künstlerfest im Nationaltheater

Ob und was an die Stelle des Opernballes treten könnte, ist bislang völlig ungewiss. „Wir überlegen, ob wir im übernächsten Jahr ein Künstlerfest im Nationaltheater machen“, so Bachler. Das sei aber noch „unausgegoren.“

Jan Chaberny

Die Inszenierung stimmt: Opernstar Lucia Aliberti, von Herren im Frack begrüßt.
Leute: Aus für den Opernball - Promis - Abendzeitung München

Foto: Brauer
Kent Naganos Konzept ist gescheitert.
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Foto: az
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