Auktion: Fast eine Million Euro für Brigitte Bardots Erinnerungsstücke

Die Versteigerung persönlicher Gegenstände von Brigitte Bardot (1945-2025) hat in Paris fast eine Million Euro eingebracht. Das ist knapp das Zwanzigfache der Schätzung, wie das Auktionshaus Millon laut der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Unter den Hammer kamen 285 Objekte aus Bardots Häusern in Paris und Saint-Tropez, von Strohhüten und Sonnenbrillen über Nachthemden bis hin zu Geschirr und Möbeln.
Rund 3.000 Bieterinnen und Bieter aus Frankreich und dem Ausland hatten sich registriert. "Brigitte Bardot hat sich einmal mehr als bemerkenswerte Alchemistin erwiesen: Sie verwandelte die Schätzpreise von rund 50.000 Euro in fast 1 Million Euro, inklusive Gebühren", sagte Auktionator Alexandre Millon.
9.400 Euro für zwei Hundehalsbänder
Zwei Hundehalsbänder mit einer Marke, auf der Bardots Name und eine Telefonnummer standen, waren etwa auf 30 Euro taxiert. Ein russischer Käufer zahlte schließlich 9.400 Euro. Ein Selbstporträt erzielte knapp 40.000 Euro, die Schreibmaschine, auf der sie ihre Autobiografie tippte, 4.634 Euro.
Für zwei Gitarren, geschätzt auf 300 bis 500 Euro, gingen für 8.600 und 1.900 Euro über den Tisch. Drei Plüsch-Robbenbabys brachten zusammen fast 2.200 Euro.
Erlös für Tiere und Sohn
Das Geld geht an die Brigitte-Bardot-Stiftung und an ihr einziges Kind, Nicolas-Jacques Charrier. Bardot hatte die Tierschutzstiftung 1986 gegründet, nachdem sie sich in den 1970er-Jahren von der Leinwand zurückgezogen hatte. Sie starb am 28. Dezember 2025 im Alter von 91 Jahren. Stiftungsgeschäftsführerin Ghyslaine Calmels-Bock erklärte: "Heute wird ihr Kampf durch diese Auktion fortgesetzt."
Witwer spricht von Respektlosigkeit
Der vierte und letzte Ehemann der Schauspiel-Ikone, Bernard d'Ormale (85), sieht das völlig anders. Zwei Tage vor der Auktion nannte er die Auktion einen "Scherz". "Das sind persönliche Gegenstände", sagte er der Nachrichtenagentur. "Warum dieser Verkauf? Für die Tiere?" Das Ganze sei eine "Respektlosigkeit gegenüber Brigittes Andenken", Bardot hätte "diesem Verkauf nicht zugestimmt". Der Zeitung "Nice-Matin" sagte der 85-Jährige zudem: "Es ist skandalös, sie auf diese Weise bloßzustellen."
Die Stiftung weist die Kritik zurück. Der Vorstand habe die Auktion im Juni genehmigt, damals noch unter d'Ormale als Präsident. Er selbst gibt an, nicht gewusst zu haben, dass derart persönliche Stücke versteigert würden. Wenige Tage vor dem Streit war er als Stiftungschef abgesetzt worden.
Bardot und d'Ormale hatten 1992 in Norwegen kirchlich geheiratet, in Frankreich wurde die Ehe nie anerkannt. Im Testament wurde er nicht bedacht, nach eigenen Angaben auf eigenen Wunsch. Nach dem Tod der Schauspielerin musste er ihren Wohnsitz La Madrague verlassen und sich eine neue Wohnung suchen.