Auf den Spuren einer Reitsport-Legende

Bei der Fußballweltmeisterschaft lief es für Deutschland eher schlecht, die deutschen Reiter sollen es bei der Heim-WM in Aachen nun besser machen. Eine vierteilige ARD-Doku blickt auf die Hoffnungsträger - und die Kritik an ihnen.
Friederike Hilz |
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Sophie Hinners rechnet sich mit dem Hengst Iron Dames Singclair bei der Reit-Weltmeisterschaft in Aachen Medaillenchancen aus.
Sophie Hinners rechnet sich mit dem Hengst Iron Dames Singclair bei der Reit-Weltmeisterschaft in Aachen Medaillenchancen aus. © HR/Philip Vogts

Ein Schnauben, ein Schnalzen und ein letzter Druck mit dem Bein - Ludger Beerbaum und die braune Stute Ratina Z fliegen 1994 bei der Weltmeisterschaft in Barcelona über den letzten Sprung und sichern Deutschland das begehrte Mannschaftsgold. Von 11. bis 23. August wollen es ihm seine Nachfolgerinnen und Nachfolger bei der Reit-WM in Aachen im Springparcours, im Dressurviereck, auf der Geländestrecke und in der Kutsche gleichtun. Die vierteilige ARD-Dokumentation "Ride: Reitsport zwischen Wettkampf, Glamour und Tierwohl" (alle Folgen bereits ab Samstag, 8. August, in der ARD-Mediathek) wirft mit den Profis, Experten und mit Kultkommentator Carsten Sostmeier einen Blick auf den langen Weg bis ins WM-Team.

In der ersten Folge "Beerbaums Erben" erzählen die deutschen Springreiterinnen und Springreiter Sophie Hinners, Richard Vogel, Jana Wargers und Christian Kukuk - allesamt mit Weltmeister-Ambitionen - von ihren Werdegängen: Vom ersten Mal auf dem Pferd sitzen - "Hier gehört ein bisschen mehr dazu, als einfach dich nur aufs Pferd zu setzen", musste da auch Einzelolympiasieger Kukuk feststellen - bis zu den ersten internationalen Erfolgen. Aber ob es für einen der vier begehrten Plätze im Springteam Deutschland reicht? Sowohl Hinners als auch Vogel wurden von Bundestrainer Otto Becker vor kurzem nominiert. Kukuk ist als Reservereiter dabei.

Doch nicht nur Reiter werden in diesen Tagen gespannt nach Aachen blicken, auch Kritiker und Tierschützer nehmen das Event unter die Lupe. Immerhin wurde der Reitsport in den vergangenen Jahren von einigen Skandalen erschüttert - Kukuk wurde unter anderem für den unsachgemäßen Einsatz von Equipment scharf kritisiert. Während der erste Teil der ARD-Doku also für Fans des Reitsports ein paar interessante, wenn auch eher oberflächliche Blicke in das Leben der Reitsportprofis bietet, ist es eher fraglich, ob andere ihre Meinung - Reiten ist kein Sport, Reiten ist Tierquälerei - nach "Beerbaums Erben" ändern werden. Die weiteren Folgen versprechen jedoch eine tiefgründigere Auseinandersetzung.

Ride: Reitsport zwischen Wettkampf, Glamour und Tierwohl (1) - Fr. 14.08. - ARD: 13.30 Uhr

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