Auf den Bahamas: König Charles III. tanzt bei Karnevalsparade
König Charles III. (77) hat am Mittwoch in Nassau bei einer Junkanoo-Parade mitgetanzt. Einen entsprechenden Clip zeigt das Königshaus auf Instagram. Im Anzug und mit Sonnenbrille, in den Händen ein Paar Maracas in den Farben der bahamaischen Flagge, bewegte er sich zwischen Federkopfschmuck und bunten Kostümen. Das Publikum jubelte. "Seine Majestät läutete Kuhglocken in den Straßen von Nassau, während er am zweiten Tag seines Besuchs in dem Land die traditionelle Feier der bahamaischen Kultur, Musik und Kreativität genoss", lautete der Kommentar dazu.
Wie die "BBC" darüber hinaus berichtet, ist Junkanoo ein Karneval, mit dem auf den Bahamas das Inselleben gefeiert wird. Seine Ursprünge sind laut dem britischen Sender nicht eindeutig geklärt. Vermutlich entstand das Fest zur Zeit der Sklaverei, als versklavte Männer und Frauen zu Weihnachten freibekamen.
Protest in Sichtweite der Parade
Genau dieses Kapitel der Geschichte holte den König am Rande des Festes ein. Eine kleine Gruppe des Bahamas National Reparations Committee hatte sich nahe der Parade versammelt. Auf ihren Plakaten stand "Pay us what you owe us" ("Zahlt uns, was ihr uns schuldet"). Die Polizei schickte die Demonstranten weg.
"Wir fordern eine Entschuldigung für diese Verbrechen und Reparationen für den angerichteten Schaden", sagte die Vorsitzende des Komitees, Noelle Nicholls. Inmitten von Prunk und Feierlichkeiten sei der Besuch für die Aktivisten auch ein trauriger Anlass. Der König kehre zurück, ohne für die Sünden der Vergangenheit gebüßt zu haben.
Charles hatte schon bei seiner Ankunft am Dienstag vom "großen Leid der Vergangenheit" gesprochen. Einige besonders positive Aspekte der heutigen bahamaischen Kultur des Landes seien "aus der Dunkelheit geboren", es sei "nur richtig", historisches Unrecht anzuerkennen. Zudem bestätigte er, dass die Staats- und Regierungschefs des Commonwealth in der kommenden Woche bei ihrem Gipfel in Antigua über das Erbe der Sklaverei beraten werden.
Der König als Boxer auf dem T-Shirt
Begonnen hatte der Tag mit einem Gedenken. An der Flamingo-Gedenkstätte legte Charles, der seine Orden trug, einen Kranz für gefallene Angehörige der Royal Bahamas Defence Force nieder. Das Denkmal erinnert an vier Marinesoldaten, die im Mai 1980 ums Leben kamen, als kubanische MiG-Kampfflugzeuge das Patrouillenboot HMBS Flamingo versenkten.
In der Bahamas Boxing Academy erwartete ihn dann sein eigenes Konterfei: Trainer und Nachwuchsboxer trugen T-Shirts, die Charles mit Krone, Boxhandschuhen und Meistergürtel zeigen. "Er hat es geliebt, er hat es geliebt", zitiert die BBC Jermaine Gibson, Präsident eines benachbarten Boxclubs. Man habe dem König auch ein eigenes Exemplar geschenkt. Nachdem Charles zwei jungen Sportlern beim Sparring zugesehen hatte, sagte er zu einer Gruppe Kinder: "Vielleicht sehe ich euch bei den Commonwealth Games."
Wo früher Müll lag, wachsen Mangroven
Der Schutz der Region vor dem Klimawandel zieht sich als Thema durch die gesamte Reise. Im Bonefish Pond National Park, einer ehemaligen Müllkippe, stehen heute rund 500 Hektar Mangroven unter Schutz. Der König lief über einen neuen Holzsteg durch das Feuchtgebiet und sprach mit Studierenden, die dort Feldarbeit leisteten. Er erkundigte sich nach ihren Prüfungen und ihrem Ziel, Meeresbiologen zu werden.
Zum Abschluss empfing Charles im Garten des Government House Bahamaer, die sich um das öffentliche Leben verdient gemacht haben. Generalgouverneurin Dame Cynthia A. Pratt, die den König auf den Inseln vertritt, zeigte sich in ihrer Rede stolz darauf, dass er das Land erstmals seit 1973 wieder besucht. "Wir beten, dass dieser königliche Besuch die beständigen Bande der Freundschaft zwischen der Krone und dem bahamaischen Volk weiter stärkt", sagte sie.
Nächste Station Guyana
Am Donnerstag verlässt der König die Bahamas und reist nach Guyana weiter, wo Umwelt und Artenvielfalt im Mittelpunkt stehen. Anschließend geht es nach Antigua und Barbuda. Dort stößt Königin Camilla (79) dazu. Beim Commonwealth-Gipfel, der alle zwei Jahre stattfindet und Vertreter von 56 Ländern zusammenbringt, hält Charles als Oberhaupt der Staatengemeinschaft eine Grundsatzrede.
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