Asterix-Erfinder wird 90 - Geburtstag von Uderzo: Albert, der Gallier

Der Zeichner Uderzo hat Asterix und Obelix erfunden – heute wird der Sohn italienischer Einwanderer runde 90 Jahre alt.
| Sabine Glaubitz
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Asterix-Zeichner Albert Uderzo sitzt am 22.09.2005 in Brüssel (Belgien) auf einer Pressekonferenz neben einer Asterix-Nachbildung.
Francois Walschaerts/epa belga/dpa Asterix-Zeichner Albert Uderzo sitzt am 22.09.2005 in Brüssel (Belgien) auf einer Pressekonferenz neben einer Asterix-Nachbildung.

Der Zeichner Uderzo hat Asterix und Obelix erfunden – am Dienstag wird der Sohn italienischer Einwanderer runde 90 Jahre alt.

Paris - Die Charaktere des knollennasigen Asterix mit Flügelhelm und seines Hinkelstein tragenden Freundes Obelix sind völlig frei erfunden. Doch je älter Albert Uderzo wird, der heute seinen 90. Geburtstag feiert, desto mehr Ähnlichkeiten entdeckt er zwischen seiner gemeinsam mit René Goscinny erfundenen weltberühmten Comic-Reihe und dem heutigen Frankreich.

Die Franzosen hätten nicht gewusst, wie die wahren Gallier gewesen seien – heute finde er, dass die Franzosen ihnen immer mehr gleichen, sagte Uderzo in einem Interview. Vor allem deren Art und Weise, die Welt zu sehen und einander zu beschimpfen, ähnle zunehmend jener Gallier aus Asterix.

Der deutsche Literaturwissenschaftler und Publizist Richard Herzinger hat es mal so gesagt: "Das kleine gallische Dorf wirkt wie der diametrale Gegenentwurf zu der kosmopolitischen US-Metropole Entenhausen." Uderzo hatte das Dorf in die heutige Bretagne verlegt, weil er diese Landschaft noch aus persönlichem Erleben kannte. Er hatte eben nicht das Geld, weit zu reisen.

Uderzo und Goscinny haben mit Asterix die erfolgreichste französische Comic-Serie geschaffen. Uderzo hat illustriert, Goscinny geschrieben. Die Abenteuer umfassen bislang 36 Alben, ein weiteres soll im Oktober erscheinen. Mit Band 35 wurde die Serie von Comiczeichner Didier Conrad und Texter Jean-Yves Ferri übernommen.

Fans wurden unzufrieden

Nach dem Tod von Goscinny 1977 produzierte Uderzo die Alben allein weiter. Doch die Kritik der Fans wurde mit den Jahren immer lauter. Im Oktober 2012 wurde schließlich der Wechsel angekündigt, auch deshalb, weil Uderzo an Arthrose leidet und nicht mehr zeichnen kann. Ratschläge gebe er noch weiterhin, erklärte er. Aber auch darüber hinaus ist Uderzo noch im französischen Alltag präsent.

Nach dem Terroranschlag auf das Magazin "Charlie Hebdo" veröffentlichte er 2015 eine Zeichnung, auf der Asterix und Freund Obelix traurig die Helme abnehmen und sich – offensichtlich vor den Toten – verneigen.

Der Asterix-Erfinder wurde 1927 als Sohn italienischer Einwanderer in der Nähe von Reims geboren. Bereits als 14-Jähriger zeichnete er für einen Pariser Verlag – trotz seiner Farbenblindheit. Richtig wohlhabend machten ihn aber erst die weltweit millionenfach verkauften Abenteuer des kleinen Galliers.

Auch Uderzo hat etwas von seinem Comic-Helden. Er gilt als ebenso streitlustig wie Asterix. In den 90er-Jahren zoffte er sich jahrelang vor Gericht mit dem Verlag Dargaud um die Rechte für die ersten 25 Asterix-Bände. Ab 2008 stritt Uderzo mit seiner Tochter Sylvie. Er hatte seine Anteile dem Großverlag Hachette verkauft und seine Tochter als Chefin des Albert-René-Verlages entlassen. Zuletzt ging es darum, dass sie ihn entmündigen lassen wollte, weil sie befürchtete, Bekannte würden seinen Gesundheitszustand für eigene Zwecke ausnutzen.

Heute sei das Kriegsbeil begraben, sagte Uderzo. Darüber sei er sehr glücklich. Denn jetzt könne er hin und wieder für sein Enkelkind zeichnen.

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