Ariana Grande verklagt mutmaßliche Hacker wegen Song-Leaks

Ariana Grande wehrt sich juristisch gegen den Diebstahl unveröffentlichter Musik. In einer Klage in Los Angeles wirft die Sängerin unbekannten Hackern vor, die Konten von Fotografen und Produzenten geknackt und das Material im Darknet verkauft zu haben. Sie fordert einen Geschworenenprozess.
von  (jom/spot)
Ariana Grande wehrt sich gegen mutmaßliche Hacker.
Ariana Grande wehrt sich gegen mutmaßliche Hacker. © imago images/ZUMA Press Wire / Nina Prommer

Ariana Grande (33) geht juristisch gegen mutmaßliche Hackerangriffe vor. Die Sängerin hat am vergangenen Montag in Los Angeles Klage gegen unbekannte Personen eingereicht, die in dem Verfahren als "John Does" geführt werden. Das berichten das Magazin "People" und das Branchenblatt "Variety", denen die Klageschrift jeweils vorliegt. Grande fordert einen Prozess vor Geschworenen.

Der Vorwurf: Die Personen sollen sich über Phishing und Hackerangriffe Zugang zu privaten Konten und Geräten verschafft haben. Betroffen waren demnach Fotografen und Produzenten, die eng mit der Musikerin zusammengearbeitet haben. In der Klageschrift ist von einem "unrechtmäßigen und ungeheuerlichen Diebstahl" sowie der Verbreitung und Ausbeutung unveröffentlichter Inhalte die Rede.

Songs, Fotos und Studioaufnahmen

Gestohlen wurden laut Klageschrift unveröffentlichte Lieder, Fotografien sowie Video- und Tonaufnahmen, die während des kreativen Prozesses entstanden waren. Dieses Material sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Die Daten sollen anschließend im Darknet für erhebliche Summen weiterverkauft worden sein.

Die Klage zeichnet ein Muster nach, das mehrere Jahre umfasst. 2019 sollen sich die Unbekannten die Zugangsdaten zum Dropbox-Konto eines Fotografen beschafft haben, der mit Grande gearbeitet hatte. Ein Jahr später soll das Mobiltelefon eines Produzenten betroffen gewesen sein, dabei sollen die Angreifer an unveröffentlichte Masterbänder, Demos und Aufnahmen aus Studiosessions gelangt sein.

Allein 2023 wurden nach Darstellung der Klägerin 45 unveröffentlichte Songs abgegriffen und ins Netz gestellt. Für 2024 führt die Klage einen weiteren Fall auf: Damals sollen die Beklagten eine Gmail-Adresse und eine Domain angelegt haben, um sich als Fotograf auszugeben. Ein Techniker habe daraufhin unveröffentlichte Bilder herausgegeben. Seit Grandes musikalischem Debüt im Jahr 2011 habe es Hunderte solcher Leaks gegeben, heißt es in dem Dokument.

Klage soll abschreckend wirken

Ein zentrales Ziel des Verfahrens ist es, die Identität der mutmaßlichen Täter überhaupt erst zu klären. In der Klageschrift heißt es, es gehe darum, die bislang unbekannten Personen für ihr Vorgehen zur Verantwortung zu ziehen. Grande sei es wichtig, solches Verhalten so weit wie möglich zu unterbinden, auch stellvertretend für andere.

Eine Person aus dem Umfeld der Sängerin sagte "People", die Klage richte sich nicht allein gegen Angriffe auf Grande. "Künstler haben ein Recht darauf, zu bestimmen, wie und wann ihre Kunst mit der Welt geteilt wird", so die Quelle. Der unrechtmäßige Diebstahl und die Verbreitung kreativer Arbeit untergraben dieses Recht und dürften nicht hingenommen werden.

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