ARD-Krimi-Star Lina Wendel lebte einst von Hartz IV: "Es war eine wunderbare Lebensphase"

Mehr als 25 Jahre sind vergangen, seit Lina Wendel Mutter einer Tochter wurde. Im ZDF-Magazin "Volle Kanne" erinnerte sich die Schauspielerin nun an die Zeit nach der Geburt. Damals sei sie als alleinerziehende Mutter auf Hartz IV angewiesen gewesen. "Ich habe gedreht, aber natürlich sehr, sehr wenig", schildert Wendel.
Ihr Beruf als Schauspielerin sei nicht "familientauglich" gewesen: "Ich war nicht gewillt, mit dem Kind alle zwei Jahre umzuziehen. Die Theaterverträge dauern alle zwei Jahre. Da kommt der neue Intendant mit seiner Truppe und die alte Truppe geht woanders hin." Sie habe nicht "permanent mit umziehen" wollen: "So wichtig habe ich mich dann ehrlich gesagt doch nicht genommen."
"Ich habe viele andere Jobs gemacht, um zu überleben", verrät die heute 61-Jährige. Unter anderem habe sie sich damals "um Kinder gekümmert, die geistig und körperlich beeinträchtigt waren". Sozialhilfe habe sie nach einiger Zeit nicht mehr beziehen wollen: "Bei Hartz IV war mir klar - da habe ich keine Lust drauf, das zu machen, Bittsteller zu sein." Sie habe es "relativ schnell ohne den Staat geschafft", erklärt Wendel.
"Ich bereue es überhaupt nicht"
Aus heutiger Sicht blicke sie zufrieden auf die damalige Zeit zurück: "Jetzt ist es so, dass ich denke: Es ist wunderbar. Das Mädchen sagt, was sie denkt. Sie ist ein toller Mensch geworden." Dass sie sich damals entschloss, die Schauspielerei zunächst hintanzustellen, halte sie bis heute für die richtige Entscheidung. "Also ich bereue es überhaupt nicht", stellt der Krimi-Star klar. "Es war eine wunderbare Lebensphase mit dem Kind."
Umso mehr habe sie sich gefreut, dass es ihr Jahre später schließlich doch wieder gelungen sei, gänzlich in ihren vorherigen Beruf einzusteigen. "Dann kam 'Die Füchsin' - was für ein Glück, mit 48 noch mal so eine Hauptfigur zu kriegen", sagt Lina Wendel bezüglich ihrer Rolle in der 2015 gestarteten ARD-Reihe, die 2025 schließlich eingestellt wurde - "leider", wie die langjährige Hauptdarstellerin findet.