Arbeit unter Lebensgefahr

Der 14. Film der ZDF-Thrillerreihe "Sarah Kohr" beginnt rasant: Ein Fehlalarm lockt die Polizei in der schlicht "Drecksarbeit" betitelten Episode unter Regie von Mike Marzuk (Buch: Timo Berndt) auf ein Werftgelände in Hamburg. Es ist nicht das erste Mal, wie einer der Beamten der ebenfalls alarmierten Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) erklärt: "Wir rücken jetzt das siebte Mal in diesem Monat aus. Irgendwie scheint die Alarmanlage eine Macke zu haben." Die LKA-Ermittlerin soll sich das einmal ansehen. Bei einem Rundgang über das Gelände findet Sarah einen schwerverletzten Mann. Er heißt Levan (Sandro Togonidze) und stammt vermutlich aus Osteuropa. Sarah will ihm gerade helfen, als zwei Männer die beiden angreifen.
"Diesmal machen wir's richtig. Die Elbe zieht ihn raus aufs Meer", sagt der eine. Doch nach einem kurzen Nahkampf mit der trainierten Ermittlerin ergreifen die beiden die Flucht. Nur Augenblicke später trifft Sarahs Mutter Heike (Corinna Kirchhoff) mit dem Rettungsdienst ein. Sie hat den Mann gerade in den Krankenwagen verfrachtet, als dieser plötzlich entführt wird.
Gefangen in einem menschenverachtenden System
Heike Kohr passiert zum Glück nichts: Die junge Frau (Anano Makharadze), die den Krankenwagen gestohlen hat, lässt sie aussteigen. Doch zusammen mit dem blutenden Levan fährt sie weiter davon. Da er in akuter Lebensgefahr schwebt, muss Sarah in schleunigst finden.
Erste Ermittlungen ergeben, dass Levan mit etlichen anderen Zeitarbeitern unter fragwürdigen Bedingungen auf Hamburger Werften arbeitet. Doch weder der Werftbesitzer Jörg Naujoks (Peter Lohmeyer) noch der Pensionsinhaber Peter Haas (Michael Lott), dessen Speiseplan bei Levans Sachen gefunden wurde, wollen ihn auf einem Foto erkennen. Je tiefer Sarah Kohr gräbt, umso mehr von einem menschenverachtenden System deckt sie auf, während ihre Mutter Heike als Zeugin in Gefahr schwebt ...
Action trifft auf Gesellschaftsrelevanz
Nach der Privatisierung von Trinkwasser und nicht immer rechtskonform handelnde Polizisten im vorherigen Film ("Sarah Kohr - Bis auf den Grund") greift dieser fesselnde 14. Teil, der wie alle aus der Feder des Stammautors Timo Berndt, wieder gesellschaftlich relevante Themen auf. Verwoben werden diese mit den für die Reihe üblichen Action-Szenen. Die heute 48-jährige Hauptdarstellerin Lisa Maria Potthoff, die kürzlich erst wieder im Eberhofer-Krimi "Steckerlfischfiasko" im Kino zu sehen war, betreibt asiatischen Kampfsport auch privat, wie sie unter anderem vor zwei Jahren im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau erzählte: "Zur Kampfkunst kam ich, als ich drei Monate lang für einen ARD-Film trainieren sollte. Schnell wurde mir klar: Ich habe hier was angefangen, von dem ich nicht mehr die Finger lassen kann. Das hatte anfangs eher einen rein sportiven Reiz. Nämlich das Auseinandersetzen mit den eigenen Grenzen. Mit der Erkenntnis, dass man körperlich mehr aus sich rausholen kann, als man gedacht hätte. Aber die Kampfkunst betrachtet die menschlichen Werte auch philosophisch, das gibt mir sehr viel. Mein Leben hat sich positiv verändert dadurch."
Ein 15. Film unter dem Arbeitstitel "Sarah Kohr - Kriegskasse" befindet sich bereits in der Entwicklung. Auf zdf.de ist "Sarah Kohr - Drecksarbeit" bereits ab Samstag, 3. Oktober, abrufbar.
Sarah Kohr - Drecksarbeit - Mo. 12.10. - ZDF: 20.15 Uhr