"Anna"-Star Silvia Seidel: Tragischer Tod mit 42

Die 42-jährige Schauspielerin Silvia Seidel, die durch ihre Rolle als Balletttänzerin "Anna" berühmt wurde, ist tot in ihrer Wohnung gefunden worden.
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Martha Schlüter

Die 42-jährige Schauspielerin Silvia Seidel, die durch ihre Rolle als Balletttänzerin "Anna" berühmt wurde, ist vergangene Woche in ihrer Wohnung gefunden worden.

München – Die Schauspielerin Silvia Seidel, bekannt aus der ZDF-Serie „Anna“, ist tot. Das bestätigte die ZAV Künstlervermittlung am Montag in München. Die 42-Jährige soll ohne Fremdverschulden gestorben sein. Sie wurde vergangene Woche in ihrer Wohnung gefunden. Nach Informationen der AZ war dort auch ein Abschiedsbrief.

Schlagartig berühmt ist Seidel 1987 durch die ZDF-Weihnachtsserie "Anna" geworden. Sie spielte darin das Mädchen Anna Pelzer, das unbedingt Prima-Ballerina werden wollte.

Als Lohn gab es unter anderem einen Bambi und die Goldene Kamera. An der Seite von Patrick Bach spielte die Schauspielerin mit den langen, blonden Haaren die talentierte Ballerina, die eine Wirbelverletzung erleidet, sich aber durch harte Arbeit trotzdem eine Karriere als Tänzerin erkämpft. Silvia Seidel war fortan ein Star - viele Mädchen ließen sich damals von der Ballettbegeisterung anstecken und stürmten die Tanzschulen.

Für den 44-jährigen Bach war die Todesnachricht ein Schock. «Mich trifft das genauso unvorbereitet wie wohl die meisten anderen», sagte der Darsteller, der in «Anna» als Rainer in die junge Tänzerin verliebt war. Lange habe er Silvia Seidel nicht gesehen. «Aber vor wenigen Wochen hatten wir ein gemeinsames Casting. Und wir hatten Spaß zusammen.»

Trotz des Erfolges versuchte Seidel, sich von dem «Anna»-Image zu lösen. «Ich weiß genau, was ich will, und nichts anderes werde ich tun: Rollen spielen, die mir gefallen und hoffen, dass ich in diesen Rollen den Leuten gefalle», gab sie sich als 20-Jährige selbstbewusst.

Doch das mit dem Selbstbewusstsein erwies sich als schwierig, große Rollen blieben aus. So wie viele andere Kinderstars konnte sie nicht mehr an ihre ersten Erfolge anknüpfen. Sie spielte in diversen Filmen und trat im Theater auf. 1992 dann ein Schicksalsschlag: Ihre Mutter nahm sich das Leben. «Sie litt unter einer Krankheit, die schlimmer als Aids und Krebs zusammen ist: unter Depressionen», erklärte Seidel ein Jahr nach dem Suizid.

Für das einstige Jugendidol folgten schwierige Jahre. Auch finanziell hatte die Schauspielerin zu kämpfen. Die Illustrierte «Freizeit Revue» schrieb im März 2011 gar von einem «bitteren Absturz». «Ich bin oft arbeitslos und weiß dann nicht, wovon ich die Miete zahlen soll», hatte Seidel dem Blatt anvertraut. «Ich bin schon froh, wenn ich als freier Schauspieler überhaupt Arbeit bekomme. Es ist schwer, davon zu leben.»

In den vergangenen Jahren spielte Seidel in diversen Fernsehserien mit, etwa in «Weißblaue Geschichten», «Forsthaus Falkenau» oder «Die Rosenheim Cops». Im Herbst hätte sie zudem eine Theatertournee begonnen. «Zumindest beruflich wäre es weitergegangen», sagte ihre Agentin Hartmann.

 

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