Angelica Domröse ist tot
Angelica Domröse ist tot. Die Berliner Schauspielerin starb wenige Wochen nach ihrem 85. Geburtstag, wie die DEFA-Stiftung gegenüber dem "RBB" bestätigte. Zuerst hatte die "Super Illu" über den Tod der Künstlerin berichtet.
Ihr Name steht untrennbar mit einer Rolle und einem Film: 1973 spielte Domröse in Heiner Carows DEFA-Klassiker "Die Legende von Paul und Paula" die trotzige, lebenshungrige Paula - eine alleinerziehende Mutter, die sich beharrlich gegen gesellschaftliche Zwänge stemmt. An der Seite von Winfried Glatzeder entstand ein Werk, das bis heute als einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegsfilme gilt. Kritiker rühmten seinerzeit die ungewöhnliche Verbindung aus DDR-Alltagsnähe und poetischer Bildsprache. Domröse war der Grund, warum man der Figur glaubte.
Von der Stenotypistin zum DEFA-Star
Aufgewachsen ist Domröse 1941 in Berlin. Der Weg zur Schauspielerei war keiner, der gradlinig verlief: Zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Stenotypistin und arbeitete in einem Außenhandelsunternehmen. Den entscheidenden Schritt machte Regisseur Slatan Dudow, der sie 1958 für den Film "Verwirrung der Liebe" entdeckte.
Es folgten ein Schauspielstudium in Potsdam-Babelsberg, erste Fernsehauftritte noch während der Ausbildung und schließlich Engagements an den renommiertesten Bühnen der DDR. Am Berliner Ensemble soll Helene Weigel sie persönlich per Telegramm zum Vorsprechen gebeten haben. Später wechselte sie zur Volksbühne Berlin. Parallel dazu stand sie für zahlreiche DEFA- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, darunter "Die Abenteuer des Werner Holt", "Wege übers Land" und "Effi Briest". Dreimal wurde sie in den 1970er Jahren als "Fernsehkünstlerin des Jahres" geehrt.
Der Schritt nach Westen
1980 verließ sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schauspieler Hilmar Thate, die DDR. Im Westen setzte sie ihre Karriere nahtlos fort - am Schiller-Theater West-Berlin, an Bühnen in Hamburg, Stuttgart, Bochum und Wien.
Auch nach der Wende blieb Domröse präsent: In den 1990er Jahren übernahm sie eine Hauptrolle im "Polizeiruf 110", arbeitete als Regisseurin und unterrichtete an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. In ihrer 2003 erschienenen Autobiografie sprach sie über ihre frühere Alkoholsucht und den langen Weg heraus. Zuletzt stand sie 2012 für die Komödie "Bis zum Horizont, dann links!" vor der Kamera. 2016 starb ihr Ehemann Hilmar Thate.
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