Andrea Berg nimmt kein Blatt mehr vor den Mund: "Man kann nicht mit jedem Mitleid haben"

Vor ihrer erfolgreichen Musikkarriere war Andrea Berg als Arzthelferin und Krankenschwester aktiv. Bis heute setzt sie sich für kranke und sterbende Menschen ein. Die Sängerin will Gutes tun – und lässt sich ihren Optimismus auch von Nörglern nicht nehmen.
Eva Meeks
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Andrea Berg ist sich ihrer Privilegien bewusst – und setzt sich auch für andere ein.
Andrea Berg ist sich ihrer Privilegien bewusst – und setzt sich auch für andere ein. © imago/Harald Deubert

Andrea Berg (60) ist den meisten vermutlich als Schlagersängerin bekannt. Doch die 60-Jährige hat noch ganz andere Herzensprojekte als ihre Musik: Seit Jahren unterstützt sie verschiedene Hospiz-Einrichtungen und erhielt für ihren Einsatz 2008 sogar das Bundesverdienstkreuz. In einem Interview erzählt sie, was sie durch die wohltätige Arbeit gelernt hat – und woher sie ihre Lebensfreude nimmt.

Sängerin Andrea Berg über Hospizarbeit: "Jeder Tag zählt"

"Ich weiß, durch meine Hospizarbeit und die Arbeit in der Palliativbewegung, was am Ende zählt", sagt Andrea Berg im Gespräch mit "SuperIllu". "Nämlich gar nichts mehr – weder Ruhm, noch Monetäres, sondern nur die Hand, die dann noch da ist." Aus diesem Grund versuche sie, andere zu mehr Lebensfreude zu motivieren: "Ich will weitergeben, dass jeder Tag zählt. Schon heute kann der letzte Tag sein. Und deshalb sollte man ihn so schön gestalten wie möglich."

Denn für die 60-Jährige steht fest: "Freude am Leben und am Miteinander ist etwas Großartiges. Heute sind viele Menschen nur am Bruddeln und Hadern." Von solchen Nörglern wolle sie sich nicht unterkriegen lassen: "Wir dürfen kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir gute Laune haben. Man kann nicht mit jedem Mitleid haben – aber Mitgefühl. Das gibt Kraft."

Mit dem Hotelier Ulrich Ferber (li.) ist Andrea Berg seit 2007 verheiratet. Hier sieht man sie mit Stiefsohn Andreas (re.) und Schwiegertochter Vanessa Mai.
Mit dem Hotelier Ulrich Ferber (li.) ist Andrea Berg seit 2007 verheiratet. Hier sieht man sie mit Stiefsohn Andreas (re.) und Schwiegertochter Vanessa Mai. © imago/Zoonar

In dem Interview kommt Andrea Berg auch auf Ehemann Ulrich Ferber (66) zu sprechen. "Wir machen viel zusammen", sagt sie über den Hotelier. "Dabei genießen und schätzen wir die kleinen Dinge im Leben, denn der Schlüssel zum Glück steckt von innen. Wenn wir auf dem Motorrad sitzen oder gemeinsam unterwegs sind, ist das für uns schon Glück genug."

Andrea Berg emotional in der AZ: "Hat mich tief berührt"

Dass sie sich an den kleinen Dingen besonders erfreuen kann, hatte Andrea Berg bereits vor einigen Monaten im AZ-Interview geteilt.  "Ich erinnere mich noch sehr gut daran, was mir ein sterbender Mensch in meinem Hospiz einmal gesagt hat", so die Sängerin im Februar 2025.

"Der schönste Moment für ihn bei einem Konzert von mir [...] war, als ich – nachdem der Vorhang schon zu war – mit nackten Füßen und nur begleitet von meinem Gitarristen wieder nach vorne an den Bühnenrand kam." Ihr sei damals klar geworden, dass für eine große Wirkung oftmals Kleinigkeiten ausreichen. "Das hat mich tief berührt und sagt alles."

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