Amazon baut bisher klimaschädlichstes Gaskraftwerk der USA für KI-Rechenzentren

In den USA gehen immer mehr Tech-Konzerne dazu über, für ihre Rechenzentren eigene Kraftwerke zu bauen, meist mit fossilen Energieträgern. Damit umgehen sie langwierige Genehmigungsverfahren für das öffentliche Stromnetz. Ein solches im Bau befindliches Kraftwerk von Amazon in Texas könnte nun zur größten einzelnen Emissionsquelle der USA werden.
Wie die "New York Times" am Montag berichtete, entsteht in Pecos County nahe der mexikanischen Grenze derzeit ein Erdgaskraftwerk für Amazon. Nach Recherchen des US-Mediums Distilled zeigen Satellitenbilder, dass die Bauarbeiten bereits begonnen haben. Den Genehmigungsunterlagen zufolge sollen 35 Gasturbinen bis zu 7,65 Gigawatt liefern und dabei jährlich bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen können. Dies ist deutlich mehr als der bisherige US-Spitzenreiter, ein Kohlekraftwerk in Alabama mit rund 16 Millionen Tonnen jährlich.
Amazon hält offiziell an seinem Ziel fest, bis 2040 klimaneutral zu werden, obwohl die Konzernemissionen zuletzt kontinuierlich stiegen - im vergangenen Jahr um 16 Prozent. Der "New York Times" gegenüber räumte das Unternehmen ein, dass die Rechenzentren diesem Ziel entgegenwirken könnten, dennoch halte man am Kurs fest. Eine Sprecherin verwies darauf, dass sich die Welt seit der ursprünglichen Klimavereinbarung verändert habe.
Ausbau von Rechenzentren in der Kritik
Gaskraftwerke gelten als schnell und unkompliziert zu bauen, weshalb Tech-Firmen unter dem anhaltenden KI-Boom verstärkt auf sie setzen. Michael Thomas vom Datenanalyseunternehmen Cleanview beschreibt gegenüber der "New York Times" eine regelrechte Welle netzunabhängiger Gasprojekte. Cleanview identifizierte über das aktuell in Bau befindliche Gaskraftwerk hinaus 59 Rechenzentrums-Projekte, die mit eigenen Stromkraftwerken geplant werden.
Der Bau neuer Rechenzentren sorgt in den USA derzeit für politischen Unmut - nicht nur wegen der Umweltschäden, sondern auch weil höhere Energiekosten für die Bevölkerung befürchtet werden. Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hat Anfang August den Planungsprozess für neue Projekte gestoppt, wenn diese an das Stromnetz des US-Bundesstaats angeschlossen werden sollen. Das dortige Stromnetz ist von den benachbarten Bundesstaaten unabhängig und deshalb besonders stark Preisschwankungen ausgesetzt.
Rückenwind erhalten solche Projekte dagegen von US-Präsident Donald Trump, der als Verfechter fossiler Energien den Bau und Betrieb von Rechenzentren im vergangenen Jahr per Erlass erleichtert hatte.
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