Amazon baut bisher klimaschädlichstes Gaskraftwerk der USA für KI-Rechenzentren

Im US-Bundesstaat Texas entsteht derzeit das wohl größte Gaskraftwerk des Landes mit einem CO2-Ausstoß von 33 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Energie soll aber nicht im Stromnetz landen, sondern ausschließlich in den Rechenzentren von Amazon.
Matthias Deuring |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
2  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Der anhaltende KI-Boom sorgt für großen Energiehunger für neue Rechenzentren. Tech-Konzerne bauen nun verstärkt selbst Kraftwerke. Amazon plant etwa das bis dato leistungsstärkste aber auch klimaschädlichste Gaskraftwerk der USA in Texas. Abgebildet ist das bereits stehende Sand Hill Energy Center in Austin, Texas.
Der anhaltende KI-Boom sorgt für großen Energiehunger für neue Rechenzentren. Tech-Konzerne bauen nun verstärkt selbst Kraftwerke. Amazon plant etwa das bis dato leistungsstärkste aber auch klimaschädlichste Gaskraftwerk der USA in Texas. Abgebildet ist das bereits stehende Sand Hill Energy Center in Austin, Texas. © 2026 Getty Images/Brandon Bell

In den USA gehen immer mehr Tech-Konzerne dazu über, für ihre Rechenzentren eigene Kraftwerke zu bauen, meist mit fossilen Energieträgern. Damit umgehen sie langwierige Genehmigungsverfahren für das öffentliche Stromnetz. Ein solches im Bau befindliches Kraftwerk von Amazon in Texas könnte nun zur größten einzelnen Emissionsquelle der USA werden.

Wie die "New York Times" am Montag berichtete, entsteht in Pecos County nahe der mexikanischen Grenze derzeit ein Erdgaskraftwerk für Amazon. Nach Recherchen des US-Mediums Distilled zeigen Satellitenbilder, dass die Bauarbeiten bereits begonnen haben. Den Genehmigungsunterlagen zufolge sollen 35 Gasturbinen bis zu 7,65 Gigawatt liefern und dabei jährlich bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen können. Dies ist deutlich mehr als der bisherige US-Spitzenreiter, ein Kohlekraftwerk in Alabama mit rund 16 Millionen Tonnen jährlich.

Amazon hält offiziell an seinem Ziel fest, bis 2040 klimaneutral zu werden, obwohl die Konzernemissionen zuletzt kontinuierlich stiegen - im vergangenen Jahr um 16 Prozent. Der "New York Times" gegenüber räumte das Unternehmen ein, dass die Rechenzentren diesem Ziel entgegenwirken könnten, dennoch halte man am Kurs fest. Eine Sprecherin verwies darauf, dass sich die Welt seit der ursprünglichen Klimavereinbarung verändert habe.

Ausbau von Rechenzentren in der Kritik

Gaskraftwerke gelten als schnell und unkompliziert zu bauen, weshalb Tech-Firmen unter dem anhaltenden KI-Boom verstärkt auf sie setzen. Michael Thomas vom Datenanalyseunternehmen Cleanview beschreibt gegenüber der "New York Times" eine regelrechte Welle netzunabhängiger Gasprojekte. Cleanview identifizierte über das aktuell in Bau befindliche Gaskraftwerk hinaus 59 Rechenzentrums-Projekte, die mit eigenen Stromkraftwerken geplant werden.

Der Bau neuer Rechenzentren sorgt in den USA derzeit für politischen Unmut - nicht nur wegen der Umweltschäden, sondern auch weil höhere Energiekosten für die Bevölkerung befürchtet werden. Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hat Anfang August den Planungsprozess für neue Projekte gestoppt, wenn diese an das Stromnetz des US-Bundesstaats angeschlossen werden sollen. Das dortige Stromnetz ist von den benachbarten Bundesstaaten unabhängig und deshalb besonders stark Preisschwankungen ausgesetzt.

Rückenwind erhalten solche Projekte dagegen von US-Präsident Donald Trump, der als Verfechter fossiler Energien den Bau und Betrieb von Rechenzentren im vergangenen Jahr per Erlass erleichtert hatte.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • FRUSTI13 am 10.08.2026 18:19 Uhr / Bewertung:

    Was dort an CO2 in die Luft geblasen wird, sparen wir hier doch locker wieder ein!

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Mobilitätsfreund am 10.08.2026 20:11 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von FRUSTI13

    Nein, die Chinesen und andere technologisch entwickelte Länder machen dies. Deutschland hat sich als zukunftsfähiges Technologieland verabschiedet.
    Es folgt der MAGA Sekte in die fossile Vergangenheit.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.