Als Hummer in der Badewanne: Warum das Internet Patrick Stewart liebte

Er spielte Shakespeare, führte als Captain Picard die Enterprise und kämpfte als Professor X gegen das Böse. Doch Patrick Stewart hatte auch eine ausgeprägte komische Seite - und die zeigte er gerne im Internet.
(mia/spot) |
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Fing mit 71 an zu twittern und wusste das Internet zu unterhalten: Patrick Stewart.
Fing mit 71 an zu twittern und wusste das Internet zu unterhalten: Patrick Stewart. © Xavier Collin/Image Press Agency/ddp USA/ddp

Patrick Stewart war ein Mann großer Worte und großer Bühnen: Als Shakespeare-Darsteller spielte der im Alter von 86 Jahren verstorbene Star Macbeth und in "Hamlet". Millionen kennen ihn als Captain Jean-Luc Picard aus "Star Trek" und Professor Charles Xavier aus "X-Men". Seine bekanntesten Rollen verkörpern Würde, Autorität und Ernsthaftigkeit. Privat aber lag Patrick Stewart auch schon mal als Hummer verkleidet in einer Badewanne.

Als Patrick Stewart 2012 nach Brooklyn zog, ahnte wohl kaum jemand, dass der Schauspieler dort nicht nur eine neue Heimat, sondern auch eine neue Bühne finden würde: Twitter.

Über den Kurznachrichtendienst ließ er seine Fans an seinem Alltag im New Yorker Stadtteil Park Slope teilhaben. Einer seiner ersten viralen Momente fand 2013 statt, als er sich verkatert mit einem Stück Pizza in der Hand ablichtete und dazu schrieb, dass es sich hierbei um das erste Pizzastück seines Lebens handeln würde.

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Da er zu dem Zeitpunkt 72 Jahre alt war, schlug die Geschichte natürlich hohe Wellen. Kurz darauf musste Stewart klarstellen, dass er natürlich schon Pizza gegessen hatte, nur eben noch nie ein typisches New Yorker "Slice".

In einem Interview zu seinem ersten viralen Moment sagte er der BBC: "Ich betrachte dies als den vielleicht größten Höhepunkt meiner Karriere, wenn nicht sogar meines Lebens. Dass so etwas passiert, ist wie ein wahr gewordener Traum, und ich bin so aufgeregt, dass ich kaum noch denken, sprechen oder mich bewegen kann."

Herrlich albern mit Ian McKellen

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam Stewart gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen Ian McKellen. Die beiden verband eine enge Freundschaft, die sie auch auf ihren Social Media Kanälen zelebrierten.

Eine ganze Fotostrecke lang spielten die beiden einmal Touristen in New York, futterten sich mit Maiskolben und Hot Dogs durch, spazierten Hand in Hand in Souvenir-Shirts durch Coney Island und posierten in einem Riesenrad, wobei sich McKellen vor Angst an seinen Kumpel klammerte.

Auf einem anderen, besonders kuriosen Bild hatte Keller Stewart fotografiert, wie er an Halloween als Hummer verkleidet in einer Badewanne lag.

Die Fotos wurden millionenfach geliked und retweetet, der "Guardian" bezeichnete die beiden Freunde als "Masters of the Selfie".

Traumfrisur Vokuhila

Auch bei einem Reddit-Interview 2015 bewies Stewart, dass er den Humor seiner Fans verstand. Bei der sogenannten "Ask Me Anything"-Runde beantwortete er Fragen zu seinem Leben, seiner Karriere und allerlei Absurditäten.

Auf die Frage, welche Frisur er hätte, wenn er denn Haare hätte, fiel seine Wahl auf einen Vokuhila. Auf die Frage, ob er manchmal aus Versehen witzig sei, antwortete er, nichts an ihm sei zufällig lustig. Alles sei sorgfältig geplant und terminiert. Wer eine seiner Ideen stehle, werde verklagt.

A sonnet a day keeps the doctor away

Auch in schweren Zeiten war Internet-Stewart für seine Fans da. Während des ersten Corona-Lockdowns im März 2020 begann der Schauspieler, täglich ein Shakespeare-Sonett für Social Media vorzutragen. Den Anfang machte Sonett 116, in dem Shakespeare über die Beständigkeit der Liebe schreibt.

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Stewart kündigte an, jeden Tag ein weiteres Sonett zu lesen. Die Resonanz war groß: Sein erstes Video wurde innerhalb eines Tages bei Instagram fast 400.000-mal angesehen.

Auch beruflich komisch

Natürlich zeigte Stewart auch in seiner schauspielerischen Arbeit immer wieder ein Gespür für Komik - besonders dann, wenn er sein Image als würdevolle Autoritätsperson auf die Schippe nehmen konnte. In der Animationsserie "American Dad!" sprach er über viele Jahre den exzentrischen stellvertretenden CIA-Direktor Avery Bullock, in "Futurama" hatte er einen Gastauftritt als Jagdmeister.

Bei Ricky Gervais' Comedyserie "Extras" spielte er eine überzeichnete Version seiner selbst, die vor allem anzügliche Fantasien über das Filmemachen hat. Und in der Sitcom "Blunt Talk" übernahm er die Hauptrolle eines ebenso selbstgefälligen wie chaotischen Fernsehmoderators.

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