Absetzung nach fast 50 Jahren: ZDF streicht beliebte Kult-Sendung

Eine der dienstältesten Krimireihen im deutschen Fernsehen geht zu Ende: Das ZDF wird "Ein Fall für zwei" einstellen. Wie der Sender mitteilte, ist die kommende 13. Staffel mit vier Folgen die letzte ihrer Art. Den endgültigen Schlusspunkt soll anschließend ein 90-minütiger Spielfilm setzen, der 2027 gedreht wird und die Geschichte "zu einem würdigen Abschluss" bringen soll.
Bereits im September 2026 läuft zunächst die vorletzte, zwölfte Staffel im ZDF. Seit 1981 flimmert das Format mit wechselnden Besetzungen über die Bildschirme - die allerletzte reguläre Episode fiele damit in das 46. Jahr der Reihe.
Mues und Monot seit 2014 im Einsatz
Bereits seit 2014 verkörpert Wanja Mues (52) den Privatdetektiv Leo Oswald, Antoine Monot (51) gibt den Rechtsanwalt Benni Hornberg. Die beiden Figuren könnten unterschiedlicher kaum sein, gelten aber als enge Freunde - stets ist es Anwalt Hornberg, der Detektiv Oswald mit seinen Ermittlungen beauftragt. Für Aufsehen bei den Ermittlungsergebnissen sorgt regelmäßig Staatsanwältin Claudia Strauss, gespielt von Bettina Zimmermann.
Das ZDF selbst spricht von einer schwierigen Entscheidung: Sie sei "nach reiflicher Überlegung" gefallen. Der Sender bedankte sich ausdrücklich beim gesamten Team sowie bei Monot, Mues und Zimmermann für ihre langjährige Verbundenheit mit der Marke.
Hauptdarsteller melden sich zu Wort
Wanja Mues zeigte sich sichtlich bewegt: "Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuen Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben. Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer, und ich freue mich schon auf alles, was da kommt."
Auch Antoine Monot blickt nach vorn: "Unser ganz persönlicher 'Fall für Mues und Monot' ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel Pater Brown auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter 'Ein Fall für zwei', der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns."
Freitagskrimi bleibt bestehen - mit weniger Formaten
Der Sendeplatz des Freitagskrimis fällt mit dem Aus für "Ein Fall für zwei" nicht komplett weg. Das ZDF kündigte an, künftig "mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate" weiterzumachen. Dazu zählen die seit 1977 laufende, in München angesiedelte Serie "Der Alte" (aktuell mit Thomas Heinze) sowie "Die Chefin" mit Katharina Böhm als Vera Lanz, die seit 2012 im Programm ist. Seit Anfang 2026 ergänzt zudem die am Bodensee spielende Serie "Mordufer" mit Franziska Weisz und Maria Wördemann das Angebot - sie soll dem bislang eher urban geprägten Krimiprogramm künftig eine ländlichere Note verleihen.
Vom Polizisten zum Detektiv: Eine lange Geschichte
Die erste Folge von "Ein Fall für zwei" lief am 11. September 1981. Darin war der spätere Privatdetektiv Josef Matula, gespielt von Claus Theo Gärtner, noch als Frankfurter Polizeibeamter zu sehen, bevor er auf seinen künftigen Partner, Rechtsanwalt Dieter Renz (Günter Strack), traf. Gärtner blieb der Serie mehr als drei Jahrzehnte und über 300 Folgen treu, während die Anwälte an seiner Seite mehrfach wechselten. Mit seinem Ausstieg 2013 endete eine Ära.
2014 erfolgte ein kompletter Neustart: Trotz des unveränderten Titels bezeichnete das ZDF die Fortsetzung als "vollkommen neue Serie" - zwar mit derselben Grundkonstellation aus Detektiv und Anwalt sowie dem gleichen Schauplatz Frankfurt am Main, jedoch mit neuen Figuren und Geschichten ohne Bezug zu den Vorgängerstaffeln.