Abschied von Schloss Bellevue: So läuft der Umzug des Bundespräsidenten

Aus dem altehrwürdigen Bau in den modernen Büroturm: Weil Schloss Bellevue saniert werden muss, wechselt der Bundespräsident für acht Jahre seinen Amtssitz, Die ARD-Reportage "Bye-Bye Bellevue" blickt hinter die Herausforderungen des großen Umzugs.
Maximilian Haase |
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"Bye-Bye Bellevue": Das Schloss in Berlin-Tiergarten, das bislang als Amtssitz des Bundespräsidenten diente, muss acht Jahre lang saniert werden.
"Bye-Bye Bellevue": Das Schloss in Berlin-Tiergarten, das bislang als Amtssitz des Bundespräsidenten diente, muss acht Jahre lang saniert werden. © Jchambers/Jchambers

Seit mehr als drei Jahrzehnten dient es dem deutschen Staatsoberhaupt als Sitz: Schloss Bellevue im Berliner Stadtteil Tiergarten besitzt als oft gezeigtes Symbol des Bundespräsidenten seit der Wiedervereinigung große Strahlkraft. Doch damit ist nun vorerst Schluss. Das Staatsoberhaupt muss ausziehen, mindestens für die nächsten acht Jahre. So lange soll die grundlegende Sanierung des bisweilen maroden Schlosses dauern. Wie der herausfordernde Umzug organisiert wird und welcher Ort in der kommenden Zeit als Ersatz dient, zeigt nun die ARD-Reportage "Bye-Bye Bellevue - Der Bundespräsident zieht um".

Bevor im kommenden Jahr seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger gewählt wird, muss Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier also jenes Schloss verlassen, das ihm und seinen Vorgängern als repräsentativer Vorzeigeort diente. Nach der Wahl 2027 soll dann für die nächsten Jahre ein neuer Modulbau als Interims-Amtssitz dienen.

Wie viel Aufwand der Umzug bedeutet, dokumentieren Tina Handel und Moritz Rödle in ihrem Film: Schließlich müssen neben dem Staatsoberhaupt auch 200 Mitarbeitende sowie Akten und Bibliotheken, Standarte, Staatsgeschirr und die Küche für Staatsbankette umziehen. Derweil bleiben viele Kunstobjekte außen vor - entweder aufgrund ihrer schieren Größe, oder weil sie nicht zum neuen Ort passen.

Ist der neue Sitz des Amtes würdig?

Statt eines altehrwürdigen Schlosses wird zukünftig ein Büroturm mit farbenfroher Fassade aus Keramik als Amtssitz dienen. Die halbstündige Reportage liefert erste Einblicke ins neue Gebäude in Berlin-Moabit, das auch für Diskussionen sorgen könnte: Ist das schnörkellose Hochhaus des Amtes überhaupt würdig? Gibt es angesichts der viel geringeren Größe, zumal ohne Park, überhaupt angemessen viel Platz für Empfänge, Feste und hohen Staatsbesuch? Nicht zuletzt fragen die Filmemacher auch nach den Gründen für die lange Übergangszeit: Weshalb muss das Schloss, fertiggestellt 1786 als erster klassizistischer Bau Preußens, überhaupt für hunderte Millionen Euro restauriert werden?

Bye-Bye Bellevue - Mo. 10.08. - ARD: 23.20 Uhr

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