Abschied von Kult-Krimi naht: So geht es mit "Ein Fall für zwei" weiter

Exakt 45 Jahre nach der allerersten Folge beginnt an diesem Freitag ein neues, zugleich aber letztes Kapitel: Am 11. September 1981 ermittelte Josef Matula zum ersten Mal für das ZDF, am 11. September 2026 startet nun eine neue Staffel von "Ein Fall für zwei" - und schon jetzt steht fest, dass es der Anfang vom Ende ist.
Das ZDF hat bestätigt, dass die kommende Staffel mit vier Folgen die letzte reguläre sein wird. Den endgültigen Schlusspunkt soll anschließend ein 90-minütiger Spielfilm setzen, der 2027 gedreht wird und die Geschichte "zu einem würdigen Abschluss" bringen soll. Nach 46 Jahren endet damit eine der dienstältesten Krimireihen des deutschen Fernsehens.
ZDF will Neuausrichtung der Freitagskrimis
Die Geschichte der Serie war lange die Geschichte eines einzigen Mannes: Claus Theo Gärtner spielte den kantigen Privatdetektiv Josef Matula über 300 Folgen und mehr als drei Jahrzehnte hinweg - länger, als Horst Tappert den "Derrick" gab. An seiner Seite wechselten die Anwälte mehrfach, darunter Günter Strack als Dr. Renz, mit dem Gärtner bis 1988 das Duo bildete.
2013 zog Gärtner selbst die Reißleine. "Ich hatte schon zwei Jahre vorher gesagt, 'Leute, nach der 300. Folge ist Schluss'", erinnerte sich der heute 83-Jährige im Interview mit Journalist Honza Klein für dessen Interviewserie "Hauptstadtgespräche". Ein Jahr später ging es unter demselben Titel weiter - komplett neu besetzt mit Antoine Monot als Anwalt Benni Hornberg und Wanja Mues als Detektiv Leo Oswald. Das ZDF selbst sprach damals von einer "vollkommen neuen Serie". Mit den Quoten der Gärtner-Jahre konnte die Neuauflage indes nie mehr mithalten.
Dass nun endgültig Schluss ist, begründet der Sender mit einer Neuausrichtung des Freitagskrimis. Man wolle sich künftig "mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate" positionieren - dazu zählen der seit 1977 laufende Klassiker "Der Alte" und "Die Chefin" sowie die erst 2026 gestartete, am Bodensee angesiedelte Serie "Mordufer" mit Franziska Weisz. Die Entscheidung sei "nach reiflicher Überlegung" gefallen, so das ZDF, das sich ausdrücklich bei Team und Besetzung für die langjährige Verbundenheit bedankte.
Emotionaler Abschied der Hauptdarsteller
Für Wanja Mues bedeutet das Ende mehr als nur eine Absetzung: "Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuen Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben. Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer, und ich freue mich schon auf alles, was da kommt."
Auch Antoine Monot blickt trotz allem nach vorn: "Unser ganz persönlicher 'Fall für Mues und Monot' ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel 'Pater Brown' auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter 'Ein Fall für zwei', der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird." Und auch Claus Theo Gärtner, der Mann der ersten Stunde, blickt gefasst zurück: "Ich bin nicht traurig. Aber mir tut es nur leid um die Arbeitsplätze, gerade in Frankfurt."