Abrechnung bei Felix Neureuther: "Hab mich weggesperrt"

Nach einer persönlichen Niederlage rechnet Felix Neureuther mit sich selbst ab. Der einstige Skirennläufer blickt auf ein bestimmtes Jahr zurück und zeigt sich voller Reue.
von  Max Häussler
Aus der Vergangenheit hat er gelernt: Felix Neureuther rechnet mit seinem früheren Ich ab.
Aus der Vergangenheit hat er gelernt: Felix Neureuther rechnet mit seinem früheren Ich ab. © imago/Lindenthaler

Als Ehemann und Vierfachpapa könnte Felix Neureuther (42) heute nicht glücklicher sein: Der einstige Wintersportler geht in seiner privaten Rolle vollends auf. 2019 beendete er seine Karriere als Skirennläufer und blickt bis heute gern auf die erfolgreichen Jahre im Profisport zurück. Doch nicht alles ist dem 42-Jährigen positiv in Erinnerung geblieben: Vor allem das Jahr 2011 hat seine Spuren hinterlassen, wie er nun erzählt.

"Hab mich weggesperrt": Felix Neureuther über Pleite auf der Skipiste

2011 sollte für Felix Neureuther ein besonderes Jahr werden. In seiner Heimat Garmisch-Partenkirchen fand die Ski-WM statt und der Bayer galt damals als einer der großen deutschen Hoffnungsträger im Wettbewerb. "Ich wollte alles perfekt machen, nichts dem Zufall überlassen", erinnert sich Neureuther jetzt im Podcast "Wie geht's? Mit Robin Gosens".

In der Vorbereitungszeit sei der heute 42-Jährige einem strikten Plan gefolgt: "Ich hab mich weggesperrt und wollte nur trainieren." Neureuther spürte offenbar großen Druck und wollte auf der Skipiste nichts als Bestleistungen abrufen. Doch trotz aller Vorbereitung ging der Schuss nach hinten los: "Ich bin am Start gestanden und ich hab so verk*ckt, das kannst du dir nicht vorstellen. Es hat nichts funktioniert."

Abrechnung bei Felix Neureuther: "Total bescheuert"

Für Neureuther trat das persönliche Horror-Szenario ein: Der Skirennläufer schied im Slalom aus, im Riesenslalom belegte er nur Platz 34 – offenbar weit hinter seinen Erwartungen. Dass der Bayer nicht so abliefern konnte, wie er wollte, blieb nicht ohne Folgen. "Das war für mich so ein Riesen-Trigger, wo ich für mich persönlich gelernt habe, wie ich funktioniere." Felix Neureuther gesteht zudem: "Ich kann mich überhaupt gar nicht mehr an diese Weltmeisterschaft erinnern."

Felix Neureuther bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen im Jahr 2011.
Felix Neureuther bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen im Jahr 2011. © imago/Kosecki

Die großen Momente während der Vorbereitungszeit und im Wettbewerb habe er damals einfach ausgeblendet. Eine Tatsache, die der 42-Jährige heute als "total bescheuert" bezeichnet. Er rechnet mit seinem früheren Ich ab und meint voller Reue: "Da hast du eine Heim-WM, also zu Hause – das Größte, was du erleben kannst. Und ich hab keine Erinnerung an sie."

Felix Neureuther zieht Lehre: "So funktioniere ich nicht"

Rückblickend betrachtet hätte der 42-Jährige die Heim-WM wohl gerne bewusster genossen. Doch obwohl Neureuther nicht stolz auf diese Erfahrungen ist, entsprang dem Ganzen auch etwas Gutes. Denn der ehemalige Profisportler zog für sich eine wichtige Lehre daraus: "Da hab ich gesagt: 'Nee, so funktioniere ich nicht. Das ist auch nicht so, wie ich sein will, sondern ich will offen sein.'"

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