75. Filmfest Venedig startet: Vanessa Redgrave geehrt - Ryan Gosling als Weltraumpionier

"Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit": Dieser Satz von Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat, ist legendär. Was aber erlebte der Astronaut bis zu diesem historischen Moment?  
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Der Schauspieler Ryan Gosling macht ein Selfie mit einer Frau, als er zum Photocall für den Film "First Man"kommt.
Kirsty Wigglesworth/AP/dpa 18 Der Schauspieler Ryan Gosling macht ein Selfie mit einer Frau, als er zum Photocall für den Film "First Man"kommt.
Vanessa Redgrave küsst ihren Ehemann Franco Nero auf der Premiere für den Film "First Man"» im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Ettore Ferrari/ANSA/dpa 18 Vanessa Redgrave küsst ihren Ehemann Franco Nero auf der Premiere für den Film "First Man"» im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Giusy Versace, Jo Squillo und Jessica Notaro.
imago/SimonexComi 18 Giusy Versace, Jo Squillo und Jessica Notaro.
Jurymitglied Christoph Waltz.
Kirsty Wigglesworth/AP/dpa 18 Jurymitglied Christoph Waltz.
Alberto Barbera, Direktor der Filmfestspiele, kommt zum Photocall für die Jury im Rahmen der 75. Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Claudio Onorati/ANSA/dpa 18 Alberto Barbera, Direktor der Filmfestspiele, kommt zum Photocall für die Jury im Rahmen der 75. Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Fiammetta Cicogna
imago/SimonexComi 18 Fiammetta Cicogna
Die Schauspielerin Vanessa Redgrave erhält den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk bei der Eröffnungsfeier der Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Joel C Ryan/Invision/dpa 18 Die Schauspielerin Vanessa Redgrave erhält den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk bei der Eröffnungsfeier der Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Izabelle Goulart
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Jurymitglied Naomi Watts.
Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa 18 Jurymitglied Naomi Watts.
Ryan Gosling und Claire Foy kommen zum Photocall für den Film "First Man".
Kirsty Wigglesworth/AP/dpa 18 Ryan Gosling und Claire Foy kommen zum Photocall für den Film "First Man".
Naomi Watts.
Joel C Ryan/Invision/dpa 18 Naomi Watts.
Ryan Gosling.
Kirsty Wigglesworth/AP/dpa 18 Ryan Gosling.
Georgina Rodriguez, Cristiano Ronaldos Freundin, kommt zur Eröffnungsfeier der Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Claudio Onorati/ANSA/dpa 18 Georgina Rodriguez, Cristiano Ronaldos Freundin, kommt zur Eröffnungsfeier der Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Claire Foy.
Joel C Ryan/Invision/dpa 18 Claire Foy.
Regisseur Damien Chazelle (rechts) und die Schauspielerin Olivia Hamilton.
Joel C Ryan/Invision/dpa 18 Regisseur Damien Chazelle (rechts) und die Schauspielerin Olivia Hamilton.
Jason Clarke auf der Premiere für den Film "First Man".
Kirsty Wigglesworth/AP/dpa 18 Jason Clarke auf der Premiere für den Film "First Man".
Preisträgerin Vanessa Redgrave.
Kirsty Wigglesworth/AP/dpa 18 Preisträgerin Vanessa Redgrave.
Izabelle Goulart
imago/SimonexComi 18 Izabelle Goulart

"Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit": Dieser Satz von Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat, ist legendär. Was aber erlebte der Astronaut bis zu diesem historischen Moment?

Venedig - Mehr als 100 Jahre lang galt das Nobelhotel Grand Hotel des Bains als eine der besten Adressen auf dem Lido. Nicht nur Thomas Mann machte es mit "Der Tod in Venedig" berühmt, auch während der Filmfestspiele besuchten es unzählige Stars. 2010 allerdings wurde es geschlossen und stand nach gescheiterten Umbauplänen leer - bis jetzt. Für das 75. Filmfest wurde das legendäre Haus nun wieder eröffnet, zumindest teilweise.

Im Erdgeschoss können sich Besucher eine Ausstellung zur Festivalgeschichte anschauen. Fotos und Filmausschnitte erzählen von Regisseuren und Werken, die hier bereits gefeiert wurden. Wer von dieser 75. Festivalausgabe in Erinnerung bleiben wird, ist natürlich noch unklar. Doch schon der Eröffnungsfilm am Mittwoch machte Hoffnungen auf einen starken Wettbewerb: "First Man".

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Nach dem oscarprämierten Musical "La La Land" arbeitete der 33-jährige Regisseur Damien Chazelle dafür erneut mit Ryan Gosling zusammen. Der spielt den Weltraumpionier Neil Armstrong, der im Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat. "First Man" fokussiert auf den langen Weg von Armstrong und all den Wissenschaftlern, die diesen Meilenstein ermöglichten.

Dabei schaut der Film aber auch auf Armstrongs Privatleben, wie er seine kleine Tochter verlor und wie die Risiken des Weltraumprogramms zu Spannungen in seiner Ehe führten. Man kann nur ahnen, wie ein anderer Regisseur diese Geschichte zu einem patriotischen Heldenwerk aufgebläht hätte. Chazelle aber vermeidet genau das. Entsprechend ist bei ihm der erste Moment auf dem Mond eher still.

Da wird auch keine US-Fahne zu laut dröhnender Musik in den Boden gerammt. Stattdessen deutet Chazelle die Herausforderungen und Gefahren subtil an. Wie die Astronauten beim Start wild hin- und hergeschleudert werden, wie jede Schraube durch den Druck fast herauszufliegen droht.

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Die britische Schauspielerin Vanessa Redgrave bekam am Abend den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Die 81-Jährige sei eine der besten Schauspielerinnen des modernen Kinos, erklärte Festivaldirektor Alberto Barbera. Die Oscarpreisträgerin ("Julia") sei eine "sensible Schauspielerin", die in der Lage sei, auch komplizierte Charaktere zu spielen. "Sie ist ausgestattet mit natürlicher Eleganz, angeborener Verführungskraft und einem außerordentlichen Talent."

Auch politische und gesellschaftliche Kritik klingt an: Warum muss so viel Geld für den Wettlauf zum Mond ausgegeben werden, wenn es in den USA doch Armut und soziale Missstände gibt, gerade für Afroamerikaner? "Ich glaube nicht, dass Neil sich als amerikanischen Helden sah", erklärte Gosling die Herangehensweise. Er habe bei seinen Recherchen jedenfalls nie diesen Eindruck bekommen. "Ich glaube, dass dies vor allem als Meilenstein der Menschheit angesehen wurde." Für ihn seien Astronauten wie Armstrong auch besondere Menschen, "die zu einer anderen Art gehören".

"First Man" ist damit der erste Beitrag, der ins Rennen um den Goldenen Löwen des Festivals geht. 20 weitere werden in den kommenden Tagen folgen. Nur einer stammt von einer Frau - was im Vorfeld kritisiert wurde. Auch Jurypräsident Guillermo del Toro sprach sich vor der Eröffnung am Abend für eine absolute Chancengleichheit von Männern und Frauen im Filmgeschäft aus: "Das Ziel muss klar sein: Bis zum Jahr 2020 muss das Verhältnis bei 50:50 liegen", forderte der Mexikaner. Die geringe Anzahl von Frauen hinter der Kamera, in der Produktion und anderen Bereichen sei "ein reales Problem, in der Kultur insgesamt". Das Problem müsse in allen Bereichen gelöst werden. "Das darf nicht nur eine Geste sein, es ist eine Notwendigkeit." 

 

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