65 Jahre Mauerbau: Neue App holt Zeitzeugen der deutschen Teilung ins Wohnzimmer

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus holt eine neue App drei Zeitzeugen der deutschen Teilung per Augmented Reality mitten ins Klassenzimmer. Das Besondere: Schülerinnen und Schüler können eigene Fragen einreichen - und werden so selbst Teil der App.
von  teleschau
28 Jahre, zwei Monate und 28 Tage teilte eine Mauer Berlin.
28 Jahre, zwei Monate und 28 Tage teilte eine Mauer Berlin. © Getty Images / Central Press

Wie fühlt es sich an, wenn plötzlich eine Mauer die eigene Stadt zerschneidet und Familien trennt? Pünktlich zum 65. Jahrestag des Mauerbaus haben WDR und MDR eine App entwickelt, die genau diese Frage jungen Menschen beantworten will - mit einer Technik, die man bislang eher aus Spielen kennt: Augmented Reality.

Die App "OstWest Zeitzeugen - Mauerjahre in AR" lässt Menschen, die den Mauerbau 1961 hautnah miterlebt haben, virtuell im eigenen Wohnzimmer oder Klassenzimmer erscheinen. Nutzerinnen und Nutzer können ihnen mit dem Smartphone oder Tablet quasi gegenübersitzen, während sie von ihrem Leben erzählen - ergänzt um historische Fotos, Audioaufnahmen und Illustrationen.

Drei Schicksale stehen im Mittelpunkt der ersten Version: Elke Rosin entschied sich in letzter Sekunde zur Flucht nach Westberlin. Jörg Hildebrandt blieb trotz innerer Ablehnung des DDR-Systems im Osten. Und Uwe Rutkowski stand als Volkspolizist selbst an der Mauerbaustelle Wache - wenngleich ihn zunehmend Zweifel plagten. Drei völlig unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe historische Ereignis, die zeigen sollen, wie sehr der 13. August 1961 individuelle Lebenswege veränderte.

Schülerinnen und Schüler werden Teil des Projekts

Die kostenlose App ist ab sofort für gängige Smartphones und Tablets verfügbar. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit der Hochschule Düsseldorf - als Fortsetzung der bereits erfolgreichen AR-Zeitzeugen-Formate zu den Themen Nationalsozialismus und Nachkriegszeit.

Das eigentlich Besondere an dem Projekt: Es ist noch nicht fertig. Die App soll wachsen - mit den Fragen von Jugendlichen aus ganz Deutschland. Bis Anfang Oktober 2026 können Schülerinnen und Schüler eigene Fragen an die Zeitzeugen einreichen. Eine Auswahl davon soll den dreien in weiteren Aufnahmen gestellt und in ein Update der App eingebaut werden.

Beteiligt waren von Beginn an Partnerschulen aus Köln, Bergheim, Neuss, Halle und Leipzig - also bewusst aus West und Ost. Weitere Schulen sollen folgen, je mehr Fragen eingereicht werden, desto vielfältiger soll am Ende die App werden.

Wer die App selbst ausprobieren oder Fragen einreichen möchte, findet alle Informationen sowie die Download-Links auf der Projektseite von WDR und MDR.

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