125. Geburtstag von Clark Gable: Hollywood-Beau mit tragischer Liebe

Eines steht fest: Das Wirken des Schauspielers Clark Gable (1901-1960) wird nie vom Winde verweht werden können. Auch noch an diesem 1. Februar 2026, exakt 125 Jahre nach Gables Geburt und bereits über 65 Jahre nach seinem Tod, gilt er als einer der erinnerungswürdigsten Pioniere des Mediums Film. Es hatte schon seinen Grund, dass Gable früh in seiner Karriere den Spitznamen "King of Hollywood" verliehen bekam. Und dennoch gibt es einige Aspekte im Leben des Hollywood-Beaus, die selbst eingefleischten Cineasten womöglich unbekannt sind. Etwa eine besondere Premiere, ein besonderes Zitat - und eine besonders tragische Liebesgeschichte.
Vom Statisten zum "King of Hollywood"
Dass Gable Mitte der 1920er Jahre in der Traumfabrik fußfassen konnte, hatte er maßgeblich seiner späteren ersten Ehefrau, der Theatermanagerin Josephine Dillon, zu verdanken. Unter ihrer Ägide angelte sich der schauspielerisch unerfahrene Weltstar in spe erste kleine Aufträge als Statist. So spielte er sowohl in seinem Debüt "Das verbotene Paradies" von 1924 als auch in "Die lustige Witwe" im darauffolgenden Jahr einen namenlosen Soldaten.
Über die Rolle eines römischen Wächters ohne Namen kam er in seinem dritten Leinwand-Einsatz zwar auch nicht hinaus, es war jedoch in einem der bekanntesten Werke der Filmgeschichte: "Ben Hur" (1925). Die kommenden Jahre dürften dennoch von Selbstzweifeln geprägt gewesen sein, ob sein Traum von der Hollywood-Karriere wirklich der richtige gewesen ist. Sechs Jahre zogen immerhin ins Land, ehe Gable seine nächste Rolle ergattern konnte - diese darf aber als sein Durchbruch angesehen werden.
Zwölf Filme in einem Jahr
Im Western "Feindschaft" (1931) mimte Gable seine erste Figur mit Namen - den ungepflegten Verbrecher Rance Brett, der keinerlei Reue für seine Taten verspürt. Noch in einigen anderen Filmen zu Beginn seiner Karriere spielte Gable zwielichtige Gesellen, ehe er zum Traummann der Traumfabrik wurde.
Apropos Karrierebeginn: Nach dem mageren Start legte Gable ein rekordverdächtiges Jahr hin: 1931 erschienen neben "Feindschaft" unfassbare elf weitere Filme mit ihm in den US-Kinos. Im Schnitt sah man sein adrettes Gesicht in diesem Jahr also einmal pro Monat in einer neuen Rolle auf der Leinwand.
In die Analen der Academy Awards ging derweil sein Streifen "Es geschah in einer Nacht" von 1934 ein. Bei der Screwball-Komödie von Frank Capra handelt es sich um das erste Werk, das die sogenannten "Big Five" der Oscars gewinnen konnte, also beide Hauptdarsteller-Preise (Gable und Claudette Colbert) sowie die Awards für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Bis dato gelang dieses Kunststück nur zwei weiteren Filmen: Rund 40 Jahre später war es "Einer flog über das Kuckucksnest" und zuletzt "Das Schweigen der Lämmer" im Jahr 1992.
Das schicksalshafte Jahr 1939
Das Jahr 1939 stellt mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs eine Zäsur in der Menschheitsgeschichte dar. Ausgerechnet in diese Zeit fiel das größte private und berufliche Glück für Gable: In dritter Ehe heiratete er seine große Liebe, die Schauspielerin Carole Lombard (1908-1942), ebenfalls 1939 erschien mit "Vom Winde verweht" sein wohl bekanntester Film.
Für 13 Oscars war das fast vier Stunden lange Epos, das zur Zeit des US-amerikanischen Sezessionskrieges spielt, nominiert. Zwar ging Gable leer aus, dafür wurde sein Satz am Filmende, den er als Rhett Butler an die verdutzte Scarlett O'Hara (Vivien Leigh) richtet, vom American Film Institute auf Platz eins der bekanntesten Filmzitate aller Zeiten gewählt: "Frankly, my dear, I don't give a damn." ("Offen gesagt, ist mir das gleichgültig.")
Hollywoodreife Tragödie
Der tragische Unfalltod seiner Frau Carole veränderte etwa drei Jahre später alles: Am 16. Januar 1942 kam die Schauspielerin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben, ihre Reise hing mit dem Krieg zusammen - sie hatte nach dem Eintritt der USA ihre Starpower genutzt, um für Kriegsanleihen zu werben. Noch im Todesjahr seiner Frau und mit über 40 begann Oscarpreisträger und Weltstar Gable seine Militärlaufbahn. Er diente als Bordschütze und Fotograf, flog Kampfeinsätze und beendete seinen Dienst nach Kriegsende 1945 als Major.
Zwar nahm ihn die Traumfabrik nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit offenen Armen zurück. An die einstigen Erfolge konnte er allerdings nicht mehr anknüpfen. Von den über 20 Filmen, die er ab 1945 noch drehte, heimste nur "Misfits - Nicht gesellschaftsfähig" (1961) vergleichbares Kritikerlob wie zu Beginn seiner Karriere ein. Zu hören bekam er das positive Feedback jedoch nicht mehr: Das Drama, in dem er an der Seite von Marilyn Monroe einen in die Jahre gekommenen Cowboy darstellt, feierte rund drei Monate nach Gables Tod Premiere.
So stellt "Misfits" eine tragische Anekdote in der Filmgeschichte dar - es war auch der letzte vollständig abgedrehte Streifen von Monroe, die nur rund zwei Jahre nach Gable verstarb. Er war 59, als er einem Herzinfarkt erlag, sie bei ihrem Tod nur 36.
Was Fans von Clark Gable im Nachhinein etwas Trost geschenkt haben dürfte: Der Star war sich bewusst, mit "Misfits" (bei dem er im Übrigen alle seine Stunts selbst gedreht hatte), noch einmal zur Höchstform aufgelaufen zu sein. So bezeichnete er selbst seinen Film - nicht ahnend, dass es sein Abschied von der Leinwand und aus dem Leben sein würde - als seine beste Arbeit seit "Vom Winde verweht".