Zu spät?

Weg vom Spar-Diktat, hin zur Wachstumspolitik: AZ-Vize-Chefredakteur Georg Thanscheidt über Europa nach dem Wahl-Wochenende.
| Georg Thanscheidt
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Vielleicht hilft jetzt nur noch Galgenhumor. Noch vor wenigen Wochen meinte man aus dem griechischen Chaos eine Stimme zu vernehmen: „Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer kommen.“ Die Deutschen lächelten – und siehe da: Es kam noch schlimmer.

Zum Lächeln hatte der Bundesbürger in letzter Zeit durchaus Anlass – trotz schwelender Schuldenkrise im Rest Europas. Die deutsche Wirtschaft wächst, die Arbeitslosenzahlen sinken, die Sozialkassen schwimmen im Geld. Aber Deutschland ist eine Insel relativer Glückseligkeit in einem Europa, das in Armut und Perspektivlosigkeit versinkt. Nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich müssen wir einsehen, dass die Rezepte, die für unser Land richtig sein mögen – Schuldenbremse und Sparziele –, viele andere Länder noch tiefer in die Krise stürzen.

Jetzt deutet sich eine Korrektur an – weg vom Spar-Diktat, hin zur Wachstumspolitik. Das haben die Amerikaner angemahnt. Das haben so unterschiedliche Institutionen wie der Internationale Währungsfonds und die Internationale Arbeitsorganisation gefordert. Das zeigt die Wahl in Griechenland, bei der – Weimar lässt grüßen – die Faschisten ins Parlament gewählt wurden. Und dafür steht der neue französische Präsident François Hollande, dessen „Wachstumspaket“ programmatischer Schwerpunkt seiner Kampagne war. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät – für den Euro, für Griechenland und auch für unser Land.

 

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