Wo sind die Milliarden?

Der Staatschef ist abgetaucht und sein Geld mit ihm – es geht um gewaltige Summen
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen

Kairo Oh Mubarak, sag uns, wo Du die 70 Milliarden hast", war ein Slogan der Demonstranten. Korruption war Teil des Herrschaftssystems Mubaraks in Ägypten, wo fast die Hälfte der 80 Millionen Einwohner von weniger als zwei Dollar am Tag leben muss.

Seilschaften, die mit dem Mubarak-Clan in Verbindung standen, schanzten sich gegenseitig Staatsaufträge zu, öffentliche Gelder flossen in private Taschen, und die Familie und die Anhänger des Präsidenten kassierten häufig mit.

Das offizielle Gehalt Mubarakswar indes niedrig: Als Staatschef verdiente er lediglich 808 Dollar monatlich. Weltweit wird jetzt nach dem Vermögen des zurückgetretenen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak gefahndet – und nach ihm selbst. Der zurückgetretene Präsident ist verschwunden, es gibt Spekulationen, er könne schon längst außer Landes, schwer krank oder auf andere Weise abgetaucht sein.

Die Schweiz hat das im Land angelegte Vermögen Mubaraks und seines Clans eingefroren. Antikorruptionsexperten forderten auch andere Staaten dazu auf, dem Beispiel der Schweiz zu folgen. Sie gehen jedoch davon aus, dass es kaum möglich sein wird, alle Konten des Ägypters aufzuspüren. Sein Vermögen wird auf knapp 52 Milliarden Euro geschätzt – mehr als das von Microsoft- Gründer Bill Gates.

Sein Vermögen stammt nach Recherchen von Antikorruptionsexperten hauptsächlich aus Geschäften aus den 90er Jahren, bei denen Staatsunternehmen und Ländereien in großem Maße privatisiert wurden. Dabei griffen der Präsident, seine Familienangehörige und seine Anhänger zu. Zum Teil arbeiteten Mubaraks Clan-Mitglieder selbst in Firmen, die ihnen Zugriff auf interessante Geschäfte ermöglichten.

So war Mubaraks jüngerer Sohn Gamal bis 2001 Direktor der Londoner Investment- Firma Medinvest Associates Ltd. und residierte im Nobelstadtteil Knightsbridge. Gamal Mubarak stieg anschließend in der regierenden NDP in Kairo in höchste Ämter auf. In der vergangenen Woche war Schluss: Das Regime entfernte ihn aus allen Posten, um wenigstens den Vater zu retten. Doch auch das half

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren