Wieder Anschläge in Jerusalem: Kerry will Wogen glätten

Die Gewalt in Nahost: Zwei palästinensische Mädchen stechen in Jerusalem mit Scheren auf einen alten Mann ein - ebenfalls Palästinenser. Eine wird erschossen. Der US-Außenminister kommt jetzt in die Region, um die Wogen zu glätten.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Ein Palästinenser mit einer Steinschleuder. Die Gewalt in Nahost wird immer extremer. Jetzt reist US-Außenminister Kerry in die Region, um die Wogen zu glätten.
dpa Ein Palästinenser mit einer Steinschleuder. Die Gewalt in Nahost wird immer extremer. Jetzt reist US-Außenminister Kerry in die Region, um die Wogen zu glätten.

Die Gewalt in Nahost nimmt immer absurdere Züge an. Zwei palästinensische Mädchen stechen in Jerusalem mit Scheren auf einen alten Mann ein - ebenfalls Palästinenser. Eine wird erschossen. Der US-Außenminister kommt jetzt in die Region, um die Wogen zu glätten.

Jerusalem - Bei einer neuen Attacke in Jerusalem sind eine jugendliche Palästinenserin getötet und eine weitere verletzt worden. Die beiden Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren hätten auf der Jaffa-Straße mit Scheren auf einen 70-Jährigen eingestochen und ihn leicht verletzt.

Lesen Sie hier: Nahost-Konflikt: Nach Anschlagsserie: Mauerbau in Jerusalem

Auch der verletzte alte Mann sei Palästinenser, offenbar hielten die Jugendlichen ihn für einen Juden. Ein Polizist habe auf die Palästinenserinnen geschossen, die auch andere Passanten attackiert hätten, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilte. Kurz darauf erstach ein Palästinenser einen israelischen Soldaten nördlich von Jerusalem. Der Angreifer wurde erschossen.

 

Kerry trifft Abbas und Netanjahu

 

Angesichts der fortwährenden Gewaltwelle will US-Außenminister John Kerry sich vor Ort um eine Beruhigung der Lage bemühen. Nach Medienberichten trifft er am Dienstag mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammen.

Lesen Sie hier: Nahost-Konflikt: Israel und Palästinenser auf Kollisionskurs

Kerry werde sich allerdings nicht für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen beiden Seiten einsetzen, hieß es aus dem US-Außenministerium. Die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern waren im April vergangenen Jahres zusammengebrochen. Im Sommer tobte dann fast zwei Monate lang der Gaza-Krieg - im Juli 2014 war Kerry während des blutigen Schlagabtauschs zum letzten Mal in Israel.

Bei Kerrys Gesprächen mit Netanjahu wird es nach Medienberichten auch um die Lage in Syrien und das Atomabkommen mit dem Iran gehen. Netanjahu gilt als schärfster Kritiker der Vereinbarung.

 

Seit Oktober: 18 Israelis und 96 Palästinenser bei Anschlägen gestorben

 

Seit Anfang Oktober sind 18 Israelis bei einer neuen Welle palästinensischer Anschläge getötet worden. Auf palästinensischer Seite starben 96 Menschen, die meisten davon wurden bei ihren eigenen Anschlägen erschossen. Der Rest wurde bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften getötet. Die neue Gewaltwelle begann nach einem Streit über Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren