Wie gefährlich ist Zucker?

Deutsche konsumieren täglich bis zu 100 Gramm Zucker – weit mehr als die WHO empfiehlt. Welche Folgen drohen?
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Die Zuckerzufuhr der Deutschen liegt weit über den empfohlenen Werten. (Symbolbild)
Die Zuckerzufuhr der Deutschen liegt weit über den empfohlenen Werten. (Symbolbild) © Melissa Erichsen/dpa
Berlin

Mit dem vorläufigen Stopp der Zuckersteuer lässt die Bundesregierung vorerst die Frage unbeantwortet, wie sich der hohe Zuckerkonsum in Deutschland wirksam begrenzen ließe. Die gesundheitlichen Risiken sind nämlich erheblich.

Kehrseite des Süßen

Zucker enthält keine Vitamine und Mineralstoffe. Er liefert unnötige Kalorien. Wer regelmäßig zu viel davon isst oder trinkt, erhöht nachweislich sein Risiko für Übergewicht und Adipositas – mit weitreichenden Folgen für das Herz-Kreislauf-System, Typ-2-Diabetes oder bestimmte Krebsarten. "Zucker ist dabei nicht die alleinige, aber durchaus eine relevante Ursache", erläuterte Ernährungsforscher Stefan Kabisch von der Berliner Charité Ende 2025.

Regelmäßiger Zuckerkonsum kann die Steuerung von Sättigung und Appetit dauerhaft stören: Betroffene brauchen womöglich immer mehr, um dasselbe Sättigungsgefühl zu erreichen – ein Mechanismus, der eigenverantwortliches Gegensteuern erheblich erschwert, wie etwa Marc Tittgemeyer vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln im März 2026 erläuterte.

Deutsche überschreiten WHO-Empfehlung deutlich

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen mit gesundem Körpergewicht zu täglich nicht mehr als 50 Gramm des sogenannten freien Zuckers, besser sogar weniger als 25 Gramm (sechs Teelöffel). Freier Zucker ist zugesetzter oder beim Entsaften freigesetzter Zucker – Obst zählt nicht, Obstsaft schon.

Die Zuckerzufuhr in Deutschland liegt über diesen Empfehlungen. Männer nehmen im Schnitt täglich 78 Gramm auf, Frauen 61 Gramm – inklusive weiterer Zuckerquellen kann der Wert bei bis 100 Gramm pro Tag liegen.

Warnsignal für kommende Jahrzehnte

Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie konsumieren täglich fünf- bis zehnmal mehr zuckergesüßte Getränke als ältere Menschen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, warnte Ende 2025, durch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung bei Kindern und Jugendlichen rolle "eine riesige Welle von Diabetikern" auf die Gesellschaft zu.

Eine Beobachtungsstudie von 2021 legt zudem nahe, dass hoher Zuckerkonsum in jungen Jahren die Entstehung von Darmkrebs im Erwachsenenalter begünstigen kann.

Auch die Mundgesundheit leidet

Zudem schädigt Zucker nachweislich die Zähne: Er ist die Hauptursache von Karies, da Bakterien Säuren bilden, die Zahnmineralien angreifen – Karies droht.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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