Wer kommt danach? Die Partner/innen unserer Kanzlerkandidaten

Bei den drei Namen Susanne Laschet, Britta Ernst und Daniel Holefleisch müssen wohl viele raten oder passen. Das könnte sich nach der Bundestagswahl allerdings schlagartig ändern - Stichwort: Privates.
| Caroline Bock/dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1 Kommentar Artikel empfehlen
Der langjährige "First Husband": Joachim Sauer kommt mit seiner Frau, Bundeskanzlerin Angela Merkel, zu einem Abendessen zu Ehren des ehemaligen Bundespräsidenten Gauck und anlässlich dessen 80. Geburtstages ins Schloss Bellevue.
Der langjährige "First Husband": Joachim Sauer kommt mit seiner Frau, Bundeskanzlerin Angela Merkel, zu einem Abendessen zu Ehren des ehemaligen Bundespräsidenten Gauck und anlässlich dessen 80. Geburtstages ins Schloss Bellevue. © Christoph Soeder/dpa

Berlin - Die Ehefrauen der Kanzler hießen früher Loki Schmidt, Hannelore Kohl oder Doris Schröder-Köpf. Diese Namen kennen viele. Bei Joachim Sauer, dem Ehemann von Angela Merkel, ist das etwas anders. Der Chemieprofessor aus Berlin trat nur selten mit der Kanzlerin öffentlich auf. Homestorys? Undenkbar.

Nach 16 Jahren folgt auf Merkel/Sauer ein neues Gespann, je nachdem, wie die Bundestagswahl am 26. September ausgeht. Ob Armin Laschet, Olaf Scholz oder Annalena Baerbock: Alle drei sind verheiratet. Damit hören die Parallelen im Privaten aber schon fast auf:

Susanne Laschet

Wer Susanne Laschet (59) im WDR-Talk "Kölner Treff" aus dem vergangenen Jahr sieht, staunt: Sie plaudert frei von der Leber weg, ganz Rheinländerin. Ein Thema: Wie es ist, wenn der Mann auf einmal so viel im Homeoffice ist wegen Corona. Da erzählt Susanne Laschet, wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident daheim sitzt: zwei Handys kleben am Ohr, der Laptop ist geöffnet, es läuft eine Videokonferenz. "Ich gebe zu, ich weiß manchmal nicht so recht, wo ich mich lassen soll", sagt sie.

Susanne Laschet mit ihrem Mann bei der Verleihung des Ordens wider den Tierischen Ernst 2020 in Aachen.
Susanne Laschet mit ihrem Mann bei der Verleihung des Ordens wider den Tierischen Ernst 2020 in Aachen. © Henning Kaiser/dpa

Ihren Mann hat sie kennengelernt, da war sie sieben Jahre alt. "Aber da hatte ich noch nichts mit ihm." Als er sie als Kind mal verprügelt hat, hat sie sich bei ihrer Mutter beschwert - sie habe den ekelhaftesten Buben ihres Lebens kennengelernt. Aus der Bekanntschaft im Kirchenchor wurde ihr Mann. Das Paar heiratete 1985 und hat drei erwachsene Kinder. Am bekanntesten ist der modebewusste Influencer-Sohn Johannes ("Joe"), der gewisse Ähnlichkeit mit Hollywoodstar Ryan Gosling hat.

Susanne Laschet klingt, was ihren Mann angeht, recht pragmatisch: Er habe schöne Augen gehabt, sie habe ihn ganz nett gefunden. "Wir haben beide immer nach rechts und links geguckt, so ist es nicht. Wir haben nichts Besseres gefunden, beide, es ist halt so." Gelächter. Die Buchhändlerin wirkt handfest. Sie engagiert sich für Obdachlose und Sterbenskranke. Ihren Beruf will sie behalten. Nach Berlin zieht es sie nicht.

Was, wenn der neue Kanzler Armin Laschet heißt? Aus Düsseldorfer Regierungskreisen heißt es: "Susanne Laschet übt, wie öffentlich bekannt, seit vielen Jahren ihren Beruf als Buchhändlerin aus und beabsichtigt dies auch künftig. Sie hat ihren Mann bei allen Stationen seiner politischen Karriere unterstützt, dies gilt auch für die anstehenden Aufgaben nach einem Wahlsieg. Wie beide mehrfach öffentlich geäußert haben, wird Aachen weiterhin Lebensmittelpunkt der Familie bleiben."

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Britta Ernst

SPD-Kandidat Olaf Scholz (63) zeigt sich bestürzt, wenn man ihn fragt, ob seine Frau Britta Ernst (60) im Falle eines Wahlsieges weiterarbeiten wird. Die gebürtige Hamburgerin ist seit 2017 SPD-Bildungsministerin in Brandenburg, vorher hatte sie den Posten in Schleswig-Holstein. Seine Frau sei eine großartige Politikerin - deshalb empöre ihn die Frage, ob sie weiterarbeiten würde, wenn er Kanzler würde, so Scholz in der Gesprächsreihe "Brigitte live".

Britta Ernst mit ihrem Ehemann Olaf Scholz beim traditionellen Matthiae Mahl im Hamburger Rathaus.
Britta Ernst mit ihrem Ehemann Olaf Scholz beim traditionellen Matthiae Mahl im Hamburger Rathaus. © Axel Heimken/dpa

Wenn er über sie spricht, wird der Vizekanzler und Finanzminister gefühlig: "Ich glaube, dass ich ein ganz anderer Mensch wäre, wenn ich nicht mit Britta Ernst verheiratet wäre." Seine Frau sei es auch gewesen, die ihn irgendwann sanft zum Abnehmen und damit zum Joggen gedrängt habe. Auf seiner Homepage schreibt er, seine Frau bedeute für ihn "alles". Im "Spiegel" sagt er: "Das Wichtigste im Leben ist die Liebe." Das Paar ist seit 1998 verheiratet und lebt in Potsdam, Kinder haben die beiden nicht. Sie ist Frühaufsteherin, er schläft lang, wenn es geht.

Britta Ernst will sich mit Blick auf Scholz und den Fall eines Wahlsieges nicht äußern. Was bekannt ist: Als Scholz 2011 Erster Bürgermeister in Hamburg wurde, zog sie sich dort aus der Landespolitik zurück, was ihr nicht leicht fiel.

Ernst gilt als norddeutsch zurückhaltend, pragmatisch und unaufgeregt. Aktuell ist sie als Ministerin Vorsitzende der Kultusministerkonferenz. Als Motto wählte sie: "Lehren und Lernen und guter Unterricht in den Zeiten der digitalen Transformation". Klingt nach wenig Stoff für die bunten Blätter.

Daniel Holefleisch

Der gebürtige Trierer Daniel Holefleisch (48) könnte, falls Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock (40) Kanzlerin wird, Deutschlands zweiter First Husband werden. Baerbock hat in "Bild am Sonntag" angekündigt, dass sich ihr Ehemann dann komplett um die Betreuung der zwei Töchter kümmern würde. "Die Verantwortung des Kanzlerinnenamtes bedeutet, Tag und Nacht zur Verfügung zu stehen. Das kann ich auch deshalb, weil mein Mann in dem Fall voll Erziehungszeit nehmen würde."

Daniel Holefleisch mit seiner Frau Annalena Baerbock beim Bundespresseball im Hotel Adlon in Berlin.
Daniel Holefleisch mit seiner Frau Annalena Baerbock beim Bundespresseball im Hotel Adlon in Berlin. © Eventpress Golejewski/dpa

Baerbock sagt, ihr Partner sei bereits jetzt für die Erziehungs- und Hausarbeit zuständig: "Mein Mann übernimmt die volle Verantwortung und Arbeit zuhause. Schon die letzten Jahre hat er seine Stunden im Job reduziert, weil ich oft frühmorgens aus dem Haus gehe und in der Nacht nach Hause komme", sagt sie. Ihr Mann hatte nach Baerbocks Worten ein Vetorecht bei der Entscheidung für die Kanzlerkandidatur, "weil das alles auch unser gesamtes Familienleben verändert". Wer ihr wichtigster Gesprächspartner sei? Ihr Mann, sagt Baerbock bei "Brigitte live".

Holefleisch arbeitete bis vor Kurzem bei der Post, wo er den Titel "Senior Expert Corporate Affairs" bei DHL trug. "Seit August nimmt er eine Auszeit und ist ganz zu Hause, auch um beim Schulanfang der jüngeren Tochter als Vater da zu sein", heißt es bei den Grünen. "Sollte Annalena Baerbock Exekutivverantwortung übernehmen, ist klar, dass ihr Mann seine Arbeit bei der Deutschen Post DHL Group so nicht fortführen wird."

Wer Holefleisch am Rande von Parteitagen kennengelernt hat, schildert ihn als offen und humorvoll. Er ist Fan von Werder Bremen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 1  Kommentar – mitdiskutieren Artikel empfehlen
1 Kommentar
Artikel kommentieren