Was macht die Bundeswehr in Afrika?

Was macht eigentlich die Bundeswehr in Afrika? Der Besuch der Ministerin wirft ein Schlaglicht auf wenig bekannte Einsätze. Wir erklären, wo es worum geht
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Bamako - Die Bundeswehr ist derzeit in mehreren afrikanischen Ländern aktiv:

Mali. Kern des Konflikts in diesem Land ist die Bedrohung durch Islamisten. Im Jahr 2012 brachten sie nach einem Putsch etwa die Hälfte des Landes unter ihre Kontrolle und errichteten dort ein radikal-religiöses Regime. Als sie sich daran machten, auch den Rest zu erobern, griff vor rund einem Jahr die französische Armee ein. Sie drängte die islamistischen Truppen weitgehend zurück. Doch die malische Armee ist so marode, dass sie bei einem Abzug der Franzosen einen neuerlichem Angriff wenig entgegenzusetzen hätte. Deswegen gibt es den „EUTM Mali“-Einsatz, bei dem 23 von 28 EU-Staaten mitmachen – eben auch Deutschland. Ziel ist vor allem die Ausbildung der malischen Streitkräfte; Kampfeinsätze gibt es dabei nicht. Hier beteiligen sich derzeit maximal 180 deutsche Soldaten (aktuell sind es de facto 100), bald sollen es nach einer Mandatserweiterung 250 sein. Neben den Trainings-Aufgaben sind sie auch für die medizinische Versorgung aller EUTM-Kräfte und der malischen Soldaten, in Notfällen auch Zivilisten, zuständig. Die zusätzlichen Kräfte sollen französische Soldaten ersetzen, die dann für einen anderen Einsatz in Zentralafrika eingeplant sind.

Senegal. Auch dieser Einsatz hängt mit Mali zusammen. Neben der EU-Mission zur Ausbildung des Heeres gibt es auch einen großen Uno-Blauhelm-Einsatz namens „Minusma“. Daran beteiligen sich vor allem viele afrikanischen Staaten. Sie sollen helfen, das Land nach dem Krieg zu stabilisieren. Die Bundeswehr organisiert einen Teil des Transports für die internationalen Blauhelme, Truppen wie Material. Dafür sind 80 deutsche Soldaten und drei Transall-Maschinen im Senegal stationiert.

Zentralafrika. Hier tobt ein Bürgerkrieg zwischen der christlichen Mehrheit und der muslimischen Minderheit. Milizen beider Seiten terrorisieren die Zivilisten des jeweils anderen Lagers. Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist schon eine Weile vor Ort, unter anderem schützt sie Zufluchtsorte für Zivilisten, etwa am Flughafen Bangui, wo mehrere hunderttausend Menschen aus Angst vor Übergriffen rund um die Landebahnen kampieren. Die Bundeswehr will sich hier nicht mit Bodentruppen beteiligen, da dies einen Kampfeinsatz bedeuten würde, will aber vier Flugzeuge zur Unterstützung der Franzosen zur Verfügung stellen. Details sollen beim deutsch-französischen Ministerrat Mitte Februar beschlossen werden.

Und sonst? Kleinere Beoachtungsmissionen gibt es unter anderem im Sudan; außerdem ist sind die deutschen Streitkräfte an der Anti-Piraten-Mission mit Stützpunkt in Dschibouti beteiligt.

 

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