Was kostet Bildung?

Am billigsten ist der Realschüler: die neue Statistik aus Deutschland. Immerhin: Bei den Gesamtausgaben gibt es einen neuen Rekord
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So haben sich die Bildungsausgaben in Deutschland entwickelt.
dpa So haben sich die Bildungsausgaben in Deutschland entwickelt.

BERLIN - Am billigsten ist der Realschüler: die neue Statistik aus Deutschland. Immerhin: Bei den Gesamtausgaben gibt es einen neuen Rekord

Ein neuer Rekord: Rund 100 Milliarden Euro gaben Bund, Länder und Gemeinden in diesem Jahr für Bildung aus – so viel wie noch nie, so der neue Bildungsbericht des Statistischen Bundesamts. Besonders spannend sind die Einzelaufstellungen, wie viel welche Ausbildung kostet: vom fertigen Juristen bis zur Friseurin mit Hauptschulabschluss.

Dabei kostet die vielfach als teuer kritisierte Akademikerausbildung nur ein Drittel mehr als klassische Lehre nach der Hauptschule. Ein Jurist oder eine Ingenieurin kostet den Staat bis zum Abschluss 114500 Euro, ein Elektriker oder Friseurin, die nach der Hauptschule eine Ausbildung samt Berufsschule absolvieren, 83900 Euro. Kommt ein Berufsvorbereitungsjahr oder Berufsfachschule hinzu, sind es 97200 Euro.

Ein Gymnasiast kostet 49 400

Am Anfang sind die Ausgaben noch gleich: Kindergarten 14600 Euro, Grundschule 16600 Euro pro Nase. Danach ist der Realschüler mit 27200 Euro am billigsten; der Hauptschüler kostet trotz in der Regel einem Jahr weniger 29000 Euro. Am teuersten ist der Gymnasiast mit 49400 Euro (auch, aber nicht nur wegen der längeren Schulzeit).

Nach der Schule schlägt die duale Ausbildung in der Berufsschule mit 23800 Euro zu Buche, die Fachhochschule pro Absolvent mit 24900 Euro und die Uni mit 34000 Euro. Am teuersten kommt ein Mensch den Staat, wenn er erst Abitur macht, dann eine Lehre und dann noch studiert; am günstigsten ist ein Realschüler mit Lehre.

Studiengebühren schrecken nicht ab

Auch die Gesamtausgaben untersucht der Bericht des Statistischen Bundesamtes: Heuer wurden exakt 97,9 Milliarden für Bildung ausgegeben, das sind immerhin vier Prozent mehr als 2008 und so viel wie noch nie. Von dem Ziel, zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung zu investieren, das die demonstrierenden Studenten erheben und das sich auch der deutschlandweite Bildungsgipfel gesteckt hat, ist Deutschland aber noch meilenweit entfernt. Die aktuellen Zahlen bedeuten eine Quote von 3,8 Prozent – und das trotz des wegen der Krise schrumpfenden Bruttoinlandsproduktes. Bildungsministerin Annette Schavan verbreitete dennoch Optimismus: Der neue Rekord sei doch toll. „Deutschland ist auf einem guten Weg.“

Außerdem wurde gestern eine Studie zum Thema Studienanfänger bekannt: Demnach ist trotz teilweiser Einführung von Studiengebühren die Quote von 40 auf 43 Prozent gestiegen. Eine Art Fluchtbewegung in Bundesländer ohne Gebühren konnten die Statistiker nicht feststellen; in Bayern gab es sogar ein Plus von fast zehn Prozent. Messbar ist allerdings: Die Studiendauer hat sich seit Einführung der Gebühren verringert.

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