Was bei Protesten erlaubt ist – und wo die Grenzen liegen

Ausnahmezustand in Erfurt: Wegen eines AfD-Parteitags werden am Wochenende Zehntausende Demonstranten erwartet. Was bei Protesten grundsätzlich erlaubt ist – und wo die Grenzen liegen.
dpa |
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Gegen die AfD gehen immer wieder Menschen auf die Straße, wie hier die Teilnehmer einer linken Kundgebung in Magdeburg im April 2026. (Archivbild)
Gegen die AfD gehen immer wieder Menschen auf die Straße, wie hier die Teilnehmer einer linken Kundgebung in Magdeburg im April 2026. (Archivbild) © Sebastian Willnow/dpa
Berlin

Die Versammlungsfreiheit gehört zu den wichtigsten Grundrechten in einer Demokratie. Trotzdem gibt es Regeln dafür, wie Proteste stattfinden dürfen. Ein Überblick:

Braucht eine Demonstration eine Genehmigung?

Nein, das Grundgesetz garantiert in Artikel 8 allen Deutschen "das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln". 

Wer eine Demonstration unter freiem Himmel veranstalten will, muss sie aber in der Regel vorher bei den Behörden anmelden. In Thüringen gilt dafür das Versammlungsgesetz des Bundes. Die Anmeldung soll den Behörden ermöglichen, etwa den Verkehr umzuleiten oder sich auf Gegendemonstrationen vorzubereiten.

Eine Ausnahme sind sogenannte Spontanversammlungen. Sie entstehen unmittelbar aus einem aktuellen Anlass und müssen nicht angemeldet werden.

Kann eine Demonstration verboten werden?

Ja, aber nur unter engen Voraussetzungen. Das Gesetz erlaubt ein Verbot nur, wenn die öffentliche Sicherheit oder Ordnung unmittelbar gefährdet ist. Behörden müssen zunächst prüfen, ob mildere Mittel ausreichen, etwa Auflagen.

Auch Sitzblockaden sind nicht automatisch rechtswidrig. Ob sie zulässig sind oder als Nötigung strafbar sein können, hängt vom Einzelfall ab.

Wie weit darf die Polizei überhaupt gehen?

Halten sich Teilnehmende nicht an Auflagen oder geht von einer Versammlung eine erhebliche Gefahr aus, kann die Polizei einzelne Personen ausschließen oder die Versammlung auflösen. Je nach Verstoß drohen Bußgelder oder strafrechtliche Folgen.

Unter bestimmten Voraussetzungen darf die Polizei auch Gruppen von Demonstrierenden vorübergehend einschließen - sogenannte Einkesselungen. Das kommt infrage, um Gefahren abzuwehren, Straftaten zu verhindern oder zu verfolgen. Solche Maßnahmen greifen erheblich in die Grundrechte ein und müssen deshalb verhältnismäßig sein.

Mit Blick auf den AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat das Thüringer Landesverwaltungsamt für das Wochenende Versammlungen auf bestimmten Anreisewegen zur Messe Erfurt verboten. Die Behörde begründet das mit Hinweisen auf geplante Blockaden sowie dem Schutz von Rettungswegen und der öffentlichen Sicherheit.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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