Wadephul: EU muss attraktiver werden

Der Außenminister betont nach dem isländischen Referendum: Die EU müsse darüber nachdenken, wie sie anziehender werden könne. Das Ziel der Norderweiterung sollte nicht aus dem Blick geraten.
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"Es ist nicht automatisch so, dass jeder in die Europäische Union strebt", so Außenminister Johann Wadephul.
"Es ist nicht automatisch so, dass jeder in die Europäische Union strebt", so Außenminister Johann Wadephul. © Michael Brandt/dpa
Berlin

Außenminister Johann Wadephul hat sein Bedauern über die Entscheidung der Bevölkerung Islands gegen Gespräche über einen EU-Beitritt ihres Landes geäußert. "Das wäre eine große Chance gewesen, gemeinsam stärker zu werden", sagte der CDU-Politiker am Morgen vor seinem Abflug nach Tunesien. "Für die Europäische Union bedeutet das, wir müssen darüber nachdenken, wie wir attraktiver werden können."

Die Einwohnerinnen und Einwohner Islands hatten am Wochenende mehrheitlich gegen eine Wiederaufnahme der Gespräche über einen EU-Beitritt ihres Landes gestimmt. Das Ergebnis des Referendums fiel knapp aus, wie die Auszählung ergab. Vor 13 Jahren waren die Verhandlungen unterbrochen worden. Die Gespräche waren damals vor allem an der Debatte um die Fischerei gescheitert - den größten und identitätsstiftenden Wirtschaftszweig der Insel. 

Wadephul: Ziel der EU-Norderweiterung nicht aus dem Blick verlieren

"Es ist nicht automatisch so, dass jeder in die Europäische Union strebt", sagte Wadephul. "Und ich denke, das ist ein Anlass dazu, zu schauen, wo wir besser werden können, wo wir an unserer Attraktivität arbeiten können. Das gilt natürlich insbesondere für die wirtschaftlichen Aussichten, die wir bieten. Ich glaube nach wie vor, dass wir das Ziel einer Norderweiterung der Europäischen Union nicht aus dem Blick verlieren sollten. Dazu gehört natürlich Island, aber dazu würde dann auch Norwegen gehören." 

Wadephul reist zu Wochenbeginn nach Tunesien und anschließend nach Algerien, um angesichts globaler Umbrüche und Instabilität die Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Sicherheitsbereich verstärken.

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