Völkermord in Namibia: Nicht ad acta legen

AZ-Redakteurin Rosemarie Vielreicher über den Völkermord an den Herero und Nama.
| Rosemarie Vielreicher
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Fragen Sie einmal in Ihrem Bekanntenkreis nach Herero und Nama. Meine Erfahrung: Vielen sagen diese Völker nichts bis wenig. Und das ist: traurig. Deutschland hat mit der Entschuldigung für die Verbrechen im heutigen Namibia nicht nur viel zu lange gewartet und sich um eine Entschädigung gewunden, sondern auch die eigene Kolonial-Vergangenheit schlecht aufgearbeitet.

Ad acta gelegt sind die Verbrechen mit der Anerkennung nicht

Einen Völkermord an Zehntausenden Menschen kann man nicht kleinreden und auch nicht vergessen. Das Argument, das sei doch lange her, zählt ebenfalls nicht. Denn die Menschen vor Ort leiden noch immer unter der vergangenen Kolonialzeit. Sie haben Vorfahren verloren, ebenso Grund und Boden zum Leben und Arbeiten. Vom Schmerz, unterdrückt und vertrieben zu werden, ganz zu schweigen.

Solange diese Folgen in der damaligen Siedlungskolonie Deutsch-Südwestafrika nachwirken, muss sich auch die Bundesrepublik daran messen lassen, wie sie mit ihrer Vergangenheit in Afrika umgeht. Ad acta gelegt sind die Verbrechen mit der Anerkennung jedenfalls nicht. Und es gibt weitere Kapitel. Etwa die Opfer des Maji-Maji-Aufstands in Tansania - einst Deutsch-Ostafrika.

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