Verzockt? Über Erdogans Nazi-Vergleich

AZ-Redakteur Clemens Hagen schreibt über die Provokationen des türkischen Ministerpräsidenten gegenüber Deutschland.
| Clemens Hagen
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Der türkische Ministerpräsident setzt das gute Verhältnis zu Deutschland aufs Spiel.
AZ-Montage/Gero Breloer/dpa Der türkische Ministerpräsident setzt das gute Verhältnis zu Deutschland aufs Spiel.

Wenn einer mit dem Zündeln nicht aufhören kann, dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn’s irgendwann brennt. Erdogan und seine Claqueure haben lange gezündelt, und der gestrige Nazi-Vergleich des türkischen Präsidenten war da nur die letzte – und mit Sicherheit geschmackloseste – in einer langen Reihe von Provokationen.

Über den Grund, warum die Führung in Ankara das seit Jahrzehnten gute Verhältnis zu Deutschland wegen einer Nichtigkeit (genau das sind die Auftritte der türkischen Politiker, da Erdogan seine Reform sowieso durchsetzen wird, egal, wie die Wahl ausgehen mag) aufs Spiel setzt, kann nur gemutmaßt werden. Wahrscheinlich findet man die Antwort im kleinen ABC für Politiker. Da besagt eine alte Regel: Wenn’s innenpolitisch nicht läuft, dann bricht man außenpolitisch geschwind einen Streit vom Zaun.

Ablenken heißt die Devise

In diesem Fall zum Beispiel von der spätestens nach dem (sogenannten) Putsch schwächelnden türkischen Wirtschaft. Gut möglich allerdings, dass sich Erdogan verzockt hat. Viele deutsche Touristen dürfte er jedenfalls nicht mehr in seinem schönen Land begrüßen dürfen. Aber zurück kann ein solcher Macho wie er jetzt natürlich auch nicht mehr.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren