Razzien rund um Ex-Gazprom-Tochter - Sabotageverdacht

Razzien in Berlin und Frankfurt: Wollte ein russischer Beschuldigter die deutsche Gasversorgung ausbremsen? Die Ermittler vermuten gezielte Sabotageversuche rund um die Ex-Gazprom-Tochter.
dpa |
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Die Bundesanwaltschaft lässt Räumlichkeiten in Berlin und Frankfurt am Main durchsuchen. (Archivbild)
Die Bundesanwaltschaft lässt Räumlichkeiten in Berlin und Frankfurt am Main durchsuchen. (Archivbild) © Christoph Schmidt/dpa
Karlsruhe

Sollte nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine die Gasversorgung in Deutschland gezielt beeinträchtigt werden? Im Zusammenhang mit dem früheren Energiekonzern Gazprom Germania hat die Bundesanwaltschaft Räumlichkeiten eines russischen Beschuldigten und einer nicht-tatverdächtigen Person in Berlin sowie eines Unternehmens in Frankfurt am Main durchsuchen lassen. 

Es gehe um den Verdacht versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage und Beihilfe zu Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. "Festnahmen sind nicht erfolgt", hieß es weiter. "Die heutigen Durchsuchungen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente aufzuklären."

Moskauer Unternehmen als neuer Eigentümer

Die in Berlin ansässige Gazprom Germania GmbH war Ende März 2022 von den zuständigen Gesellschaftern über Anteilsverkäufe auf Umwegen aus dem russischen Gazprom-Konzern herausgelöst worden, wie Deutschlands oberste Anklagebehörde erläuterte. "Als neuer Eigentümer trat ein Moskauer Unternehmen ohne Branchenbezug auf." 

Dieser habe unmittelbar nach dem Verkauf die Liquidation der Gazprom Germania GmbH angeordnet. Zu diesem Zeitpunkt habe die Gesellschaft mindestens 25 Prozent der Erdgasspeicherkapazitäten in Deutschland vorgehalten. 

Vorwürfe gegen Beschuldigten

Entgegen Investitionsbestimmungen nach dem Außenwirtschaftsgesetz sei die Liquidierungsanordnung ohne Genehmigung des Bundeswirtschaftsministeriums erfolgt, teilte die Bundesanwaltschaft mit. "Es besteht der Verdacht, dass die Veräußerung und Liquidierung dazu dienten, die Gasversorgung in Deutschland zu beeinträchtigen." Dem Beschuldigten legt die Anklagebehörde zur Last, mit diesem Ziel die Umsetzung des Liquidationsbeschlusses unterstützt zu haben. 

Die Ausführung konnte demnach verhindert werden, da das Ministerium die einstweilige treuhänderische Verwaltung der Gazprom Germania GmbH durch die Bundesnetzagentur anordnete. Gazprom Germania war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom und wurde als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Energiekrise in Deutschland verstaatlicht. Heute heißt das Gasunternehmen Securing Energy for Europe (Sefe).

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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