USA erwägen angeblich Cyber-Angriff

Die USA wollen der Führung in Moskau angeblich einen Denkzettel für die ihr vorgeworfene Manipulation des US-Wahlkampfs erteilen, berichtet der Sender NBC News unter Berufung auf mehrere Geheimdienstquellen.
| dpa
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Die USA wollen der Führung in Moskau angeblich einen Denkzettel für die ihr vorgeworfene Manipulation des US-Wahlkampfs erteilen, berichtet der Sender NBC News unter Berufung auf mehrere Geheimdienstquellen.

Washington - Nach den jüngsten Hackerangriffen auf politische Institutionen in den USA erwägt die US-Regierung angeblich, sich mit einer groß angelegten Cyber-Attacke auf Russland zu revanchieren.

Damit könnte der Führung in Moskau ein Denkzettel für die ihr vorgeworfene Manipulation des US-Wahlkampfs erteilt werden, berichtete der Sender NBC News unter Berufung auf mehrere Geheimdienstquellen. Der Auslandsgeheimdienst CIA sei beauftragt worden, dem Weißen Haus mehrere Optionen für heimliche Cyberattacken vorzulegen, die den Kreml empfindlich treffen und "bloßstellen" könnten.

In dem Bericht von Freitagabend (Ortszeit) wurden keine konkreten Strategien erwähnt, allerdings soll die CIA bereits erste Vorbereitungen getroffen und potenzielle Ziele ausgewählt haben. Frühere Geheimdienstmitarbeiter eröffneten NBC News demnach, dass die Central Intelligence Agency (CIA) Unmengen von Dokumenten gesammelt habe, die zwielichtige Taktiken von Russlands Präsident Wladimir Putin ans Licht bringen könnten.

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US-Vizepräsident Joe Biden sagte dazu in der NBC-Sendung "Meet The Press" am Freitag: "Wir senden eine Botschaft" an Russland - und zwar "zu einem Zeitpunkt unserer Wahl und unter den Umständen, die die größte Wirkung entfalten werden". Auf die Frage, ob auch die Öffentlichkeit von diesem Schritt erfahren werde, antwortete Biden: "Ich hoffe nicht."

Laut NBC News liegt die letzte Entscheidung über eine CIA-Operation bei Präsident Barack Obama. Innerhalb der Regierung gebe es aber Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die Pläne wirklich in die Tat umgesetzt werden sollten - oder ob traditionelle Druckmittel wie Sanktionen einer geheimen Cyber-Operation nicht vorzuziehen wären.

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Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist - unter anderem wegen des syrischen Bürgerkriegs, in dem beide Militärmächte unterschiedliche Konfliktparteien unterstützen - seit Monaten gespannt. Zusätzlich belastet wurden die Beziehungen zuletzt durch Vorwürfe aus Washington, Moskau mische sich mit Hackerangriffen auf Computersysteme politischer Organisationen und Institutionen in den laufenden US-Präsidentschaftswahlkampf ein. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete diese Anschuldigung als Unsinn.

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Darüber hinaus machte John Podesta, Wahlkampfchef der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, russische Geheimdienste für einen Hackerangriff auf sein E-Mail-Konto verantwortlich. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte zuvor eine große E-Mail-Sammlung ins Netz gestellt, bei der es sich um Korrespondenz Podestas handeln soll. Bereits im August hatte Wikileaks gehackte E-Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstandes der Demokraten veröffentlicht. Schon damals verdächtigten Experten und Regierungskreise russische Hacker mit Verbindungen zu Regierungsorganisationen.

Brisant ist der neueste NBC-Bericht auch vor dem Hintergrund eines diplomatischen Spitzentreffens an diesem Samstag: Zehn Tage nach dem Abbruch ihrer bilateralen Gespräche nehmen die USA und Russland im schweizerischen Lausanne die Verhandlungen über eine schrittweise Lösung des Syrienkonflikts wieder auf. US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Lawrow wollen in größerer Runde ausloten, ob zumindest eine kurzfristige Waffenruhe möglich ist. An den Gesprächen sollen auch andere am Bürgerkrieg direkt oder indirekt beteiligte Länder wie die Türkei, Saudi-Arabien oder der Iran teilnehmen.

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